Kräuterbüschelbinden im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen

Ab 13.00 Uhr beginnt das Kräuterbüschelbinden mit dem Frauenbund Nabburg.
Kräuterbüschel sind ein fester Bestandteil des ländlichen Brauchtums früherer Zeiten in der Oberpfalz. Dafür sammeln die Frauen im Sommer, wenn die meisten Wald- und Wiesenkräuter einen hohen Entwicklungsstand haben, einen “Strauß” von Kräutern, die sich in der Verwendung in Haus und Hof seit Generationen bewährt haben. Beim Sammeln ist es besonders wichtig, dass die Pflanzen nicht mit den Wurzeln ausgerissen werden und die Kräuter auch die Möglichkeit haben, ihre Samenkapseln zu öffnen. Mit ein wenig Rücksicht auf die Natur ist gewährleistet, dass es auch in den folgenden Jahren noch genügend Heilpflanzen für den Strauß gibt.
Ist die Zusammensetzung der Pflanzenarten von Region zu Region auch verschieden, so sind für die Anzahl der Kräuter die heiligen Zahlen 3 und 7 und ihr Vielfaches (z. B. 9, 12, 15, 21, usw.) bestimmend. Den Mittelpunkt des Büschels bildet meist die Königskerze, die auch Muttergotteskerze genannt wird. Solche Kräuterbüschel werden in katholischen Gegenden traditionell am 15. August, dem “Frauentag”, in der Kirche gesegnet und anschließend im Haus aufbewahrt.
In früheren Jahren waren die Kräuterbuschen nicht nur Zierde, sondern auch Heil- und Hilfsmittel. So wurden in der Landwirtschaft beim Tränken eines Muttertieres einige Kräuter aus dem Strauß mit beigemischt. Mit den Blüten nach unten werden die Würzwische jährlich auf dem Dachboden zum Trocknen aufgehängt. Die alten geweihten Reste des Vorjahres müssen dem Brauch folgend im Ofen verbrannt werden.
