Bretagne – Breizh 2025 | ARTVR – Ondřej Kalmán – Ondřej Staněk
Die Ausstellung Bretagne – Breizh 2025 präsentiert eine fotografische Reflexion über die westlichste Region Frankreichs aus der Sicht von drei Autoren – einem lokalen Fotografen, der unter dem Namen Artv auftritt, und zwei tschechischen Fotografen, Ondřej Kalmán und Ondřej Staněk. Ihre Arbeiten entstanden während eines kurzen, intensiven fünftägigen Aufenthalts in der Bretagne und bieten einen einzigartigen Vergleich zwischen der inneren und äußeren Sichtweise auf diese außergewöhnliche Region.
Ausgangspunkt der fotografischen Reisen war die historische Stadt Quimperlé, die am Zusammenfluss der Flüsse Ellé und Isole liegt, die in den Fluss Laïta münden, der nach einigen Kilometern in den Atlantik fließt. Die Fotografen bewegten sich in den Departements Finistère und Morbihan, an der dramatischen Küste und im Landesinneren. Wilde Felsklippen wechseln sich hier mit Sandstränden, Grasflächen und ausgetretenen Pfaden ab, während das Landesinnere Mischwälder, Heideflächen, Feuchtgebiete und ungezähmte Natur bietet.
Die Bretagne ist eine Region, in der Geschichte und Legenden miteinander verschmelzen. Granit- und Fachwerkbauten, zahlreiche Leuchttürme, malerische Häfen in Buchten, Menhirfelder und eigenwillige Einwohner, die alte Handwerkskünste pflegen, verleihen der Region die Atmosphäre eines Ortes, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Obwohl die ursprüngliche Sprache Bretonisch nach und nach durch Französisch ersetzt wurde, begegnen wir bis heute zweisprachigen Namen von Städten und Dörfern.
Die Region ist seit langem reich an Kunstateliers, Galerien und kulturellen Aktivitäten. Das außergewöhnliche Licht, die mit Meeresmineralien angereicherte Luft und das milde Klima ziehen seit Generationen Künstler an. In der Bretagne waren bedeutende europäische Künstler tätig, und unter den tschechischen Künstlern fanden hier beispielsweise Jan Zrzavý, Jaroslav Čermák, František Kupka oder Toyen Inspiration. Zu einem bedeutenden Zentrum der modernen Kunst wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Pontavener Schule in Pont-Aven und dem nahe gelegenen Le Pouldu, die mit dem Namen Paul Gauguin verbunden ist. Seine Spuren sind in Le Pouldu bis heute sichtbar, und dort wurde kürzlich ein Museum eröffnet, das seinem Vermächtnis gewidmet ist.
Die Begegnung dreier fotografischer Blickwinkel in der Ausstellung Bretagne – Breizh 2025 knüpft an die mehr als 25-jährige Zusammenarbeit der Galerie 4 mit der Künstlervereinigung La Veduta an. Die Ausstellung bietet nicht nur eine visuelle Dokumentation der Landschaft und Orte, sondern auch einen Dialog zwischen den Erfahrungen des lokalen Autors und dem ersten, entdeckenden Blick der tschechischen Fotografen – einen Dialog, der Geografie, Zeit, Licht und persönliche Wahrnehmung miteinander verbindet.
Die Ausstellung lädt die Besucher zu einer Reise in eine Landschaft ein, in der sich die Rohheit der Natur mit dem kulturellen Gedächtnis verbindet und in der die Fotografien nicht nur den Raum, sondern auch seine Atmosphäre und Stille einfangen.

