Svatopluk Klimeš: Nur die Windgeister wissen, was mich am Ende des Weges erwartet. Zeichnungen aus den Jahren 1979–2025
Für Svatopluk Klimeš ist die Zeichnung ein fester Bestandteil seines Schaffens, dennoch begegnen wir ihr in der Öffentlichkeit nur selten – in bisherigen Ausstellungsprojekten wurde der Raum eher Gemälden, Objekten oder interpretierten Fotografien überlassen. Die Ausstellung in der Westböhmischen Galerie in Pilsen gleicht dieses Ungleichgewicht aus und zeigt, dass die Zeichnung in Klimeš’ Schaffen eine grundlegende Rolle spielt. Zeichnungen aus dem Besitz des Künstlers werden durch Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen ergänzt. Der Schwerpunkt liegt auf in sich geschlossenen Zyklen, die den gemeinsamen konzeptuellen Nenner des Schaffens des Künstlers bestätigen. Klimeš arbeitet konsequent mit Feuer; daher ist es angebracht, seine Zeichnungen als performative Aufzeichnungen zu betrachten, die eher der Aktionskunst als traditionellen Techniken nahekommen. Eine Reihe von Themen und formalen Verfahren wurde zugunsten ausgewählter Serien außer Acht gelassen. Diese werden nicht chronologisch präsentiert, sondern in einem Zeitraum vom Ende der Normalisierung in den 1970er Jahren, als sich der Autor den Vertretern der alternativen Kunstszene anschloss, bis zu Zeichnungen aus diesem Jahr, und bestätigen die innere Verbundenheit von Klimešs zeichnerischem Werk. Ernsthafte Themen werden durch subversiven Humor ausgeglichen, der mit kontrastierenden Werten verbunden ist: Sensibilität und mit der Zeit zunehmende Ausdruckskraft. Hinter der spielerischen Leichtigkeit der Ausführung spüren wir die Intensität der Absicht, die Suche nach dem Sinn des Entstehenden, die künstlerische Dynamik, die lebendige Beziehung zur Zeit. Klimeš vermeidet Stereotypen und treibt wie ein Eskimo-Jäger seine Hunde immer weiter voran.



