Miloš Sýkora – vertikaler Fluss
Der tschechisch-französische Maler Miloš Síkora bereitet sich fleißig auf seine Ausstellung in Pilsen vor. Dieses Mal wird er im ersten Stock des Pilsener Rathauses im Eingangsbereich vor dem Büro des Bürgermeisters ausstellen.
Der Titel der Ausstellung lautet „Vertikaler Fluss“. Die ausgestellten Werke sind von seinem jüngsten Aufenthalt in Französisch-Guayana im Amazonasgebiet inspiriert. Der Name Vertikaler Fluss stammt aus der lokalen Nomenklatur. Die Regenfälle im Amazonas sind so umfangreich und unerbittlich, dass sie einem Fluss ähneln, der vom Himmel fällt.
Miloš Síkora war von dem Ort stark fasziniert. Gleichzeitig erlangte er aber nach einer gewissen Kenntnis den wohlverdienten Respekt für diesen fantastischen Ort. Sein Traum, in einem Indianerdorf zu malen, begann sich zu verwirklichen. Bei näherer Orientierung stellte er jedoch fest, dass das Dorf nicht von Indianern, sondern von Hmongs bewohnt war. Die Hmong sind das Volk Nordvietnams, das vor dem kommunistischen Regime nach Französisch-Guayana geflohen ist.
Der Autor wurde durch die Atmosphäre des Dschungels selbst und seiner Fauna und Flora dazu inspiriert, diesen Ort zu dokumentieren und darzustellen. Der undurchdringliche Urwald sah vom sanften Hügel aus wie Brokkoli, wie ihr französischer Führer ihn definierte.
Miloš Síkora lebt abwechselnd in zwei Ländern – Frankreich und der Tschechischen Republik. Er mag beide Orte und fliegt sogar am liebsten wie ein Kinderspiel zwischen ihnen hin und her. Er hat an beiden Orten Freunde, die sich ergänzen und miteinander verknüpfen. In den letzten Jahren lebte er auch auf dem südböhmischen Land. Im Dorf Nesmen/Nesmeň, an das er aus seiner Kindheit nostalgische Erinnerungen hat, weil er dort im Ferienhaus seiner Eltern lebt. Gleichzeitig genießt er die malerische Schönheit und das freie Tempo der südböhmischen Landschaft.
Die Ausstellung Vertikaler Fluss in Tschechien ist derzeit seine letzte Präsentation. Eine weitere erwartet ihn wieder in Frankreich in der Galerie seiner französischen Galeristin Pascaline Muliez.

