Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde… Apokalypse und Kunst in den böhmischen Ländern
Der Text der Erscheinung des heiligen Johannes und die mit ihm verbundene visuelle Vorstellungswelt bewegen sich seit dem Mittelalter zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite die Darstellung apokalyptischer Katastrophen und der Zerstörung der Welt, auf der anderen Seite gipfelt der Text in einem starken Hoffnungsthema. Zu den apokalyptischen Visionen gehörten also Bilder einer neuen Welt, der Erneuerung der Gesellschaft und des Trostes für den Einzelnen. Die Ausstellung zeigt diese Inspirationen in der bildenden Kunst und der Musik in einem breiten Spektrum vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Die Ausstellung konzentriert sich in erster Linie auf Werke, die in den böhmischen Ländern entstanden sind, berücksichtigt aber auch ausländische Werke, die in der Region präsent waren und Resonanz fanden. Neben den klassischen Zyklen der illustrierten Apokalypse (Karlštejn-Apokalypse, Albrecht Dürer) oder den gegensätzlichen Motiven des Jüngsten Gerichts und der Visionen der neuen Welt bezieht er auch Darstellungen der beiden Pole des Themas in der modernen und zeitgenössischen Kunst ein (Josef Führich, Maxmilián Pirner, Jan Koblasa, Václav Boštík, Pavel Nešleha, Josef Bolf usw.).
Auch die Reaktionen auf die Apokalypse in der Musik und der Literatur werden in enger Auswahl vorgestellt, und zwar durch den tschechischen Underground-Kreis während der so genannten Normalisierungszeit, in dem die apokalyptische Symbolik eine bedeutende Rolle spielte.

