Václav Balšán – Bilder und Zeichungen
Die Kunstgalerie Karlovy Vary hat eine große Ausstellung quer durch das Werk Václav Balšáns vorbereitet, das etwa die letzten zehn Jahre erfasst. Balšáns künstlerische Anfänge waren vor allem von Graphik und Zeichung geprägt.
Es waren vor allem Abbildungen von Landschaften, Steinbrüchen, Feldern oder Felsfragmenten von zurückhaltend bräunlicher Farbgebung, die Graphiken gleichsam dezent getönt oder “nur” schwarzweiß in allen zugänglichen Techniken. Zur über alle Maßen bedeutenden Inspiration wurde für den Künstler die Begegnung mit dem Schaffen der Künstler der so genannten Generation der Siebziger Jahre. Der neue, suggestive Überblick auf die auf einzelne Zeichen fragmentierte Landschaft inspirierte Balšáns weiteres Schaffen.
Doch mehr als der Blick auf die Landschaft als ganze interessieren ihn zunehmend Ausschnitte, Torsi, Fragmente – auf seinen Bildern erscheinen Baumstämme, Stümpfe, Felsbrocken, Landschaftsformationen. Zu Beginn der 1990-er jahre konzentrieren sich Balšáns Darstellungen auf Details, Formen, naturgemachte Zeichen. Die folgenden Jahre bringen Hügel, Spitzen, Landschaften, Bögen, Gärten usw. hinzu – stets symbolisch dargestellt durch einfache Formen, primäre Zeichen, die der Natur entnommen wurden.
Pinsel und Palette werden mit den Jahren immer freier, die Malerei gewinnt an Stärke und Nachdruck. Balšáns Landschaften werden zu mentalen Landschaften, zu rein persönlichen, vom Künstler, von seinem Denken und Fühlen, inneren Veränderungen und Entwicklungen sprechenden Landschaften. Die Ausstellung der beinahe hundert Werke begleitet ein Katalog in der graphischen Bearbeitung von Eva Prokopová.

