Nationalstraße – Lesung mit Jaroslav Rudiš
Jaroslav Rudiš liest im Literaturarchiv aus seinem im Februar auf Deutsch erschienenen Roman „Nationalstraße“ („Narodní třida“). Gekonnt schlüpft Jaroslav Rudiš in seinem Roman „Nationalstraße“ in den Kopf und den Körper eines Schlägers und lässt ihn seine Geschichte als Monolog erzählen.
Die Lesung ist der Beitrag des Literaturarchivs zum Begleitprogramms der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung Karl IV. 2016 / 2017 in Prag und Nürnberg.
Ein hochaktueller Bezug zu den nach der Wende von jungen Autoren wie Jaroslav Rudiš geprägten deutsch-tschechischen Literaturbeziehungen.
Mit ihm (geboren 1972 in Nordböhmen), kommt einer der in Deutschland bekanntesten jungen tschechischen Autoren ins Literaturhaus Oberpfalz. Jaroslav Rudiš ist Autor zahlreicher Romane, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Zuletzt erschienen seine Romane „Die Stille in Prag“ und „Das Ende des Punks in Helsinki“. Er ist Miterfinder der Comic-Figur „Alois Nebel“ und Mitbegründer der Kafka Band. Den Durchbruch schaffte er mit seinem Roman „Grandhotel“, in deutscher Sprache 2008, erschienen.
Um was geht es in seinem Roman Nationalstraße? Vandam war als junger Polizist dabei, als in der Prager Altstadt auf der Nationalstraße die samtene Revolution begann – ein Vorstadt-Held oben in der Plattenbausiedlung des neuen Prag. Dort haben sie als kleine Jungs heimlich Krieg gespielt, dort hat Vandam nach seinem Vater gesucht, wenn der wieder einmal angedroht hatte, er würde sich erhängen, bis er am Ende doch übers Balkongeländer sprang.
Fünfundzwanzig Jahre später wohnt Vandam immer noch dort. Längst gehört er zu den Verlierern: Wegen Gewaltexzessen aus dem Polizeidienst entfernt, prügelt er sich als einsamer Schläger durch Tage und Nächte und hebt im Fußballstadion regelmäßig die rechte Hand zum Hitlergruß.
»Ich bin ein Römer. Kein Nazi. Warum sollte man in Europa nicht mit dem römischen Gruß grüßen dürfen? Ich bin ein Europäer. Ihr etwa nicht?«
Moderation: Patricia Preuß, Programmleiterin des Literaturhauses Oberpfalz
Reservierungen: 09661/815959-0 oder info@literaturarchiv.de

