Freilichttheater: Die Wechselung der Blutgerichtsbarkeit
Der Marktplatz von Neualbenreuth wird an authentischer Stelle zur Bühne für das historische Freilichttheater „Die Wechselung der Blutgerichtsbarkeit“, das an 425 Jahre Fraisch-Vertrag erinnert. Gemäß Vertrag von 1591 mussten Eger und das Kloster Waldsassen die Hohe Gerichtsbarkeit im Fraisch-Gebiet alljährlich wechseln lassen – mit öffentlicher Verkündigung in jedem Jahr am Markplatz.
Das Freilichttheater wird 2016 im Rahmen des Begleitprogramms der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung Karl IV. 2016 / 2017 in Prag und Nürnberg an historischer Stelle am Marktplatz von Neualbenreuth nach längerer Zeit wieder aufgeführt.
Im Zuge des wirtschaftlichen Ausbaus ab dem 12. Jahrhundert war um Neualbenreuth eine komplizierte Gemengelage hoheitlicher Rechte entstanden. So war es zwischen Eger und dem Stift Waldsassen immer häufiger zu Streitigkeiten gekommen. Schlichtungsversuche blieben erfolglos. Die Ermordung des Egerer Bürgers Jorg Mayerhofer Ende Nov. 1589 an der Grenze durch Waldsassener Gefolgsleute veranlasste schließlich die Obrigkeit zum Eingreifen: Mit dem Fraisch-Vertrag vom 3. Oktober 1591 wurde festgelegt, dass die Hohe Rechtsprechung „alternatim“ Jahr für Jahr wechselweise von beiden in 9 Dörfern zu erfolgen habe.
Aus dem juristischen Gültigkeitsbereich entwuchs das geografische „Fraisch-Gebiet“ Der jährliche Wechsel der juristischen Zuständigkeit war für die Bevölkerung von großer Bedeutung und wurde alljährlich in aller Öffentlichkeit kundgetan. Ungelöste Streitigkeiten und Beschwerden konnten den Hohen Herren bei dieser Gelegenheit unmittelbar vorgelegt werden.
Das Freilichttheater mit Laienschauspielern erinnert in sechs Szenen an das Geschehen des Jahres 1691 am Originalschauplatz in Neualbenreuth.
Veranstaltungsort:
Marktplatz 10
95698 Neualbenreuth

