Festvortrag „425 Jahre Fraisch-Vertrag“
Zum 425-jährigen Jubiläum des Fraisch-Vertrags von 1591 befasst sich Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl in seinem Festvortrag mit dem Hin und Her zwischen Waldsassen auf bayerischer und Eger auf böhmischer Seite.
Ab dem 12. Jahrhundert schufen die reichsfreien Kolonisatoren Eger und Stift Waldsassen rund um Neualbenreuth ein Gebiet mit vielfältigen Interessensüberschneidungen. Der Fraisch-Vertrag von 1591 regelte darin vor allem die Hohe Gerichtsbarkeit bis zum Wiener Vertrag 1846. Im Dreieck Eger, Waldsassen und Neualbenreuth ließen Eger und das Reichsstift Waldsassen ein Kolonisationsgebiet mit engen wirtschaftlichen, kirchlichen und juristischen Verflechtungen entstehen.
Ein Mord am 26.11.1589, direkt auf der Grenzlinie zwischen Eger und Waldsassen, hatte den Fraisch-Vertrag zur Folge. Er regelte ab dem 3.Okt. 1591 v. a. die juristisch schweren, die sog. “Malefizfälle”. Und dies “alternatim”, jährlich wechselnd zwischen beiden Nachbarn und gültig für das gesamte Gebiet. Der Staatsvertrag von Wien zerteilte mit dem neu eingeführten linearen Grenzbegriff ab Juni 1846 die historisch gewachsene Landschaft der Fraisch diesseits und jenseits der Grenze für immer.
Nach dem “Eisernen Vorhang” wächst diesem Grenzraum eine Brückenfunktion zwischen Ost und West zu. Der Jubiläumsabend, eingebunden in das Begleitprogramm der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung Karl IV. 2016 / 2017 in Prag und Nürnberg, nimmt Anteil an dieser historischen Aufgabe.
Veranstaltungsort:
Tillensaal
Turmstr. 1
95698 Neualbenreuth

