Theaterprojekt UBUdneS
Ort: Papirna (ehem. Papierfabrik)
Das Projekt, das tschechische und belgische Künstler im Rahmen von Pilsen 2015 und Mons 2015 verbindet, entstand aus einem Entwurf von Maggy Jacot und Axela De Booseré.
Die Aufführung, inspiriert durch Gedanken und Ängste über die Unbeständigkeit der gegenwärtigen politischen und ökonomischen Macht, wird in kurzen Folgen in simultan gespielten Szenen ablaufen.
Die Szenen sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Auf einer Seite wird das Stück König Ubu von A. Jarry gespielt, auf der anderen Seite werden drei kurze Stücke von Jean-Marie Piemme – einer aktuellen Variante des Jarry, aufgeführt. Wer steht näher am Rand der Gesellschaft? Ubu oder seine gegenwärtigen Gestalten, inspiriert durch Berlusconi, Madoff oder den Banker, der Risikoprodukte verkauft? Welcher von ihnen ist die größere Karikatur, ein Grobian, erdacht im Jahre 1896, oder die, die der jetzigen Literatur entschlüpft sind?
Manches schockierende Benehmen wird heute allgemein akzeptiert. In einigen Fällen sind diese Betrüger sogar demokratisch gewählt. Niemand aber akzeptiert offen das Benehmen des Vaters Ubu. Wie ist das möglich? Manipulation, Lügen und viel Geld legen die Waffen in die Hände von denen, die die brüchige Demokratie oder die nichtfunktionierende Kontrolle ausnutzen können. Das Ganze enthüllt eine riesige Manege, wo die Rollen frei austauschbar sind, wie ein unwahrscheinliches Gesellschaftsspiel, an dem sich auch die Zuschauer beteiligen, die wissen, dass nicht alles am Wert des Geldes gemessen werden kann.

