Theaterfest Štít 2013 Hadar Galron: Die Mikwe
Die Mikwe – das jüdische rituelle Reinigungsbad – ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung von acht Geschichten. Hier treffen die Schicksale von acht Frauen einer jüdischen Gemeinde aufeinander und finden ihren Höhepunkt gerade an dem Ort, wo Frauen ihr Kopftuch ablegen und sich um sich selbst kümmern können, um danach zu ihren Männern zurückzukehren. Wir begegnen der naiven Esti, einer liebenden Mutter, die ihrem Mann und allen jüdischen Regeln treu ergeben ist. Der eleganten Hindi, die Klatsch und Tratsch sehr zugeneigt ist, aber stets einen damenhaften Eindruck hinterlässt.
Wir begegnen Chedwa, die ihrem Mann ergeben ist und dennoch seine Tyrannei ertragen muss, und die ihre stumme Tochter Elishewa beschützt und pflegt. Dem Mädchen Tehila, das aus seiner jugendlichen Sorglosigkeit gerissen und gezwungen wird, Frau und Gattin zu werden, und nicht zuletzt der eigenartigen und seltsamen Miki, deren Mann sich entschieden hat, der jüdischen Gemeinde beizutreten und die sich von ihrem bisherigen Leben verabschieden und sich zwischen die übrigen orthodoxen Frauen einreihen muss.
All diesen Schicksalen wohnt die extrem orthodoxe Badefrau Shoshana bei, die in der jüdischen Gemeinde ihren Stand hat. Die Frauen vertrauen ihr und sie erfüllt sorgsam ihre Arbeit. Die junge neue Badefrau Shira ist überrascht von der jüdischen Welt, der sie hier begegnet und von der sie bisher nichts wusste. Sie lernt die Bräuche und die damit einhergehenden Kümmernisse orhodoxer Menschen kennen, die sie meist nicht kaltlassen. Es ist jedoch sehr schwierig, die starre Grenze zu überwinden, die die Frauen von Gerechtigkeit und Verständnis trennt.

