Eröffnung des Theaterfestes Štít 2013 – Bengt Ahlfors: Asche und Aquavit
Ein berühmter Generaloberst stirbt und hinterlässt eine Erbschaft und seine sterblichen Überreste (bei der titelgebenden Asche handelt es sich selbstverständlich um die Asche des Verstorbenen). Und wie sollte es anders sein: Die Vorstellungen der ProtagonistInnen der Komödie darüber, wie mit dem Familienerbe und den Überresten umzugehen ist, gehen deutlich auseinander. Auf der einen Seite steht die etwas schrullige und für ihr Alter noch sehr vitale Witwe, auf der anderen Seite ihre zwei Kinder, die tiefgläubige und trotzdem mehrfach geschiedene Tochter, der Sohn – ein arbeitsloser Architekt mit Alkoholproblem und dessen exzentrische Exfrau. Auch die vorwitzige Haushälterin spielt eine wichtige Rolle.
In der Erzählung mangelt es nicht an Lebensoptimismus und Liebe, die in jedem Alter aufblühen kann. Wie ändern sich Kinder in dem Augenblick, in dem der Vater stirbt? Familiäre Beziehungen sind nun mal in der ganzen Welt gleich. In der menschlichen, teils temperamentvollen Komödie geht es um Wesentliches, die Leute darin sind egoistisch und rücksichtslos, unglücklich und ungeliebt. Um so dringender bedürfen sie der Liebe und Kommunikation. Unter einer Schicht schwarzen Humors kommen Sympathie und Verständnis für menschliche Schwächen zum Vorschein: niemand ist nur weiß oder nur schwarz. Die schauspielerische Umsetzung dieser starken Geschichte zwischen Komik und Tragik ist eine Herausforderung.
Es spielen: Lenka Šlajferčíková, Jaroslava Dominová, Vendula Pohlová, Milan Bauer, Jarmila Maříková, Jiří Pokorný als Gast, Jan Vozábal/Roman Mařík

