Ausstellung über das legendäre Baukastensystem Merkur – Spielspaß für Jung und Alt mit Schrauben und Muttern
Im Dr. Bohuslav Horák Museum in Rokycany findet vom 08.11.2012 bis 06.01.2013 eine Ausstellung über das legendäre Baukastensystem Merkur statt. Die Exponate stammen aus der Sammlung des leidenschaftlichen Sammlers Jiří Mládek. Mládek, der sich in den vergangen 30 Jahren ganz dem Baukastensystem verschrieben hat, stellt für die Ausstellung eine ganze Reihe von Modellen bereit – zum Beispiel ein Riesenrad, eine Modelleisenbahn mit Gleisanlage, Boote, Autos, Bagger, sogar originalgetreue Modelle bekannter Bauwerke wie des Eisenbahnviadukts Ivančice.
Er sagt zurecht: „Mit den gelochten Teilen von Merkur kann man wirklich alles bauen. Bisher bin ich noch auf nichts gestoßen, was Merkur nicht könnte.“ Das Baukastensystem Merkur entstand 1920 in Police nad Metují (Politz an der Mettau) mit der Gründung der Firma Inventor durch Jaroslav Vancl, der ein originelles Metallkonstruktions-baukastensystem für Kinder namens Inventor patentieren ließ. Ursprünglich wurden die Metallteile durch Haken miteinander verbunden, 1925 ging der Hersteller dann zu einem neuen System über, das bis heute erhalten blieb. Die Einzelteile werden seither durch Schrauben und Muttern verbunden. Mit dem Übergang zum neuen System wurde für das Baukastensystem das neue Markenzeichen Merkur eingetragen unter dem es seitdem verkauft wurde.
Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre des vergangen Jahrhunderts ist die Reihe weiter gewachsen. Die Entwicklung setzte sich bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs fort. Nach dem Krieg wurde die Produktion 1947 wieder aufgenommen. Ab den 60er Jahren wurde das Baukastensystem Merkur von der Metallfirma Kovopodnik in Broumov (Braunau) über Pragoexport nach ganz Europa exportiert. Nach der Revolution 1989 erfolgte die Privatisierung der Firma. Die ehemaligen Beschäftigten gründeten die Firma Komeb, die aber nach wenigen Jahren der Weiterproduktion des Baukastens 1993 den Betrieb einstellen musste.
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Firma Merkur begann mit dem Eintritt des Ingenieurs Jaromír Kříž, der mit einer Fabrik, die er durch Restitution von seinem Großvater erhielt, in die Metallfertigung einstieg. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es ihm, die Maschinen der liquidierten Firma zu kaufen und innerhalb von 3 Jahren die Produktion in Police nad Metují wieder aufzunehmen.
Bastelecke: Teil der Ausstellung ist eine Spielecke für Kinder und Erwachsene, wo aus 20 Merkur-Bausätzen ausgewählt und nach eigenen Vorstellungen Modelle zusammengesetzt werden können.
Führungen und Besuch der Bastelecke für Schulen und Gruppen:
Gruppen, die basteln, tüfteln und Merkur-Modelle zusammensetzen wollen oder die Geschichte des Baukastensystems kennenlernen möchten, werden gebeten, sich eine Woche vorher anzumelden.
Das Museum hat täglich außer montags von 8:00 bis 12:00 und 12:30 bis 16:00 geöffnet. Anmeldungen zu Führungen unter: +420 371 580 859 oder unter pruvodkyne.muzeumro@atlas.cz.

