Die Gehilfen (Pěchouček, Skála, Šerých, Šimera, Štýbr)
Schon allein die Aufzählung der Namen der Künstler lässt erahnen, dass die Ausstellung sich mit dem Phänomen des Geometrismus, des Minimalismus und der Abstraktion befassen wird, und zwar mit aller Relativität, die diese drei Richtungen den Künstlern bieten. So führen beispielsweise Jan Šerých (1972), Evžen Šimera (1980) und Pavel Štýbr (1957) die Abstraktion bis an den Rand der Konkretheit. Šimeras geometrische Netze unterliegen dem Druck der physikalischen Gesetzmäßigkeiten und befinden sich häufig an der Grenze der Welt organischer Strukturen. Bei Jiří Skála (1976) wird die Abstraktion auf der Ebene von durch Beschreibung evozierten Vorstellungen gehalten oder sie vermischt die Kategorien des Bilds und des Objekts. Und Michal Pěchouček (1973) schließlich ist der größte Außerirdische der Abstraktion. Seine Beziehung zur erzählten Begebenheit ist so stark, dass diese auch in seinen neuen, mit Fäden umwickelten Bildern, die auf den ersten Blick meilenweit von der Realität entfernt sind, ihren Abdruck hinterlässt. Damit hängt auch die Verwendung der in ein geometrisch-abstraktes Geflecht eingeschlossenen Figur zusammen.
Auch der Minimalismus des Ausdrucks ist bei keinem der ausstellenden Künstler eindeutig, häufig ist er mit einer sich heimlich einschleichenden Erinnerung, einer nostalgischen oder ironischen Geschichte kontaminiert. Wichtig ist es, den hohen Anspruch und den Erfindungsreichtum direkt im Bereich des Entstehungsprozesses des Werkes zu beachten. In technologischer Hinsicht zeigen die Herangehensweisen der Künstler große Unterschiede, sie sind motiviert durch das modernistische Streben nach Originalität.
Wichtige Zusammenhänge treten auch in dem Verhältnis zu Dekor und Design zutage. Die Spannung zwischen der historischen Richtung Neo-Geo, dem Retro-Design, dem heutigen postminimalistischen Konsumdesign und dem aktuellen Verlangen der Künstler nach Abkehr vom Beschreiben und Erzählen bildet den Boden, aus dem ihr Schaffen entsteht. Das, was Dekor zu sein scheint, wird der Abstraktion mit ihren höchsten Idealen zurückgegeben. Nicht aus Zufall sollte die Ausstellung ganz zu Anfang Palermo heißen (gedacht wurde an Blinky P.). Kuratoren der Ausstellung sind Edith Jeřábková und Michal Pěchouček; letzterer hat einen grundlegenden Anteil an ihrer Konzeption – sowohl was ihre Gesamtausrichtung, als auch was die Auswahl der Künstler betrifft.
Vernissage: am Samstag 07.06.08 um 15.00 Uhr

