Václav Hollar (1607-1677) – 400. Jubiläum der Geburt des tschechischen Zeichners und Graveurs der Barockzeit

Das Westböhmische Museum in Pilsen hat zu diesem bedeutenden Jubiläum eine Kammerausstellung vorbereitet, die in abgerundeter Form die Sammlung von 65 unikaten Werken von Václav Hollar vorstellt. Er ist im Jahre 1607 in Prag geboren. Mit 20 Jahren verließ er Prag und begann in der graphischen Werkstatt von Mathias Merian Sen. in Frankfurt am Main zu arbeiten. Im Jahre 1636 fuhr er nach Strassburg, wo seine ersten kleinen Radierungen von Prag nach älteren Zeichnungen entstanden. Er reiste durch ein vom Krieg vernichtetes Deutschland und machte seine Skizzenhefte voll. In Köln am Rhein wurde er in Dienste des gerade durchfahrenden englischen Diplomaten Sir Thomas Howard des Grafen von Arundel – Kunstmäzen – als Zeichner angenommen. In den Jahren 1644 bis 1652 war er in den Niederlanden – in Antwerpen – tätig. Diese Periode wird als Höhepunkt vom Hollars Schaffen angesehen. Im März 1677 starb er in Westminster in großer Armut. Seine tschechische Herkunft betonte er auch mit seinen Signaturen – Wenceslaus Hollar Bohemus.
Für Hollars Zeichnungen sind charakteristisch: sachliche, fast wissenschaftliche Konsequenz, rare Reinheit und Feinheit. Er schuf frei graphische Blätter, Landkarten, Porträts, Genrezeichnungen, Stillleben mit Naturmotiven, Buchillustrationen.
