Zerbrechliche Schönheit des Silberglases

Eine gemeinsame Ausstellung des
Wallfahrtsmuseums Neukirchen bei Hl. Blut und
des Muzeum Šumavy (Böhmerwaldmuseums) – Kašperské Hory, Sušice, Železná Ruda.
Silberglas hat einen besonderen Zauber. Es ist aber eine sehr zerbrechliche Schönheit. Ein kleiner unaufmerksamer Moment genügt und von einer Vase oder Statue bleibt nur ein Häuflein Scherben am Boden übrig. Es ist wohl gerade diese Vergänglichkeit, die dem Silberglas etwas Geheimnisvolles und Poetisches verleiht.
Silberglas begleitet die Leute schon seit über 150 Jahren und wir kennen dieses Glas in verschiedenen Formen und Gestalten. Nobles Silberglas schmückte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so manchen bürgerlichen Salon und in volkstümlicher Gestalt als “Bauernsilber” oder “Katzensilber” auch ärmere Haushalte. In vornehmen Haushalten waren es meist grosse dekorative Vasen, Eisschalen oder verschiedene Tafelaufsätze. In armen Stuben waren damals eher Fussbecher zu finden. Große Kerzenhalter standen in den Kirchen, kleinere Ausführungen bei Hausaltären und in den Herrgottswinkeln der Bauernstuben. Kleine Heiligenfiguren waren sehr beliebte Wallfahrtsandenken.
Seine Blütezeit erlebte das Silberglas bis zum Ersten Weltkrieg. Danach wurde es auch aus den ärmeren Haushalten verdrängt und durch andere dekorative Gegenstände ersetzt. Verschiedene Erzeuger wandten sich aber wieder diesem seltsamen Material zu und produzieren es bis heute. Silberglas hat auch Künstler inspiriert. Silberbeschichtetes Glas finden wir heute auch beim Weihnachtsschmuck, aber das ist ein eigenes Kapitel der Glasgeschichte.
Die Ausstellung “Zerbrechliche Schönheit des Silberglases” stellt diese Glastechnik in verschiedenen Formen, Dekoren, Techniken in ihrer ganzen Vielfalt von den Anfängen bis heute vor.
