Arthurs Bolero – Pavel Kohout

Der bekannte tschechische Dramatiker Pavel Kohout ließ sich für “Arthurs Bolero” von Arthur Schnitzlers Komödie “Reigen” inspirieren und als Refrain wählte er die Komposition Bolero von Maurice Ravel.
Schnitzlers Stück stellt das Benehmen der Bürger in der Zeit der österreichischen Monarchie bei ihren Liebesspielen dar, genauer gesagt vor und nach dem Liebesakt. Dieses Theaterspiel verursachte einen Riesenskandal, stürmische Proteste und Aufführverbote, die in der Theatergeschichte keine Analogie finden.
Heute kann man kaum die damalige moralische Verärgerung nachvollziehen, da der Liebesakt selbst vom Autor in Dunkelheit gehüllt wurde. Es handelt sich also nicht um Pornographie, eher um eine kleine erotische Lebenskunde. Der Mensch wird in der Situation ertappt, wo er sich enthüllen muss, im wahren und auch im übertragenen Wortsinne, und gleich danach wird er seiner Verlogenheit und seiner Unstetigkeit überführt.
Trotzdem gibt es auch in der Promiskuität Zärtlichkeit und treue Liebe. Pavel Kohout schrieb eine witzige und grausame Komödie über das intime Leben der heutigen tschechischen Unternehmer.
Regie: Jan Burian
