Bayerisch-böhmisches-österreichisches Dudelsack- und Drehleiertreffen im Oberpfälzer Freilandmuseum
Die Europaregion Donau-Moldau nimmt immer mehr Gestalt an. Die am 30. Juni 2012 von sieben Regionen Ostbayerns, Österreichs und der Tschechischen Republik gegründete Arbeitsgemeinschaft, die den grenznahen ländlichen Raum durch innovative Konzepte nachhaltig stärken möchte, will auch die Gemeinsamkeiten ihrer Bewohner aufzeigen und so über die Grenzen hinweg identitätsstiftend wirken. Tatkräftige Unterstützung erfährt sie dabei durch das Oberpfälzer Freilandmuseum, einer Einrichtung des Bezirks Oberpfalz, das am 07. Juli diesen trinationalen Gedanken im Rahmen des Dudelsacktreffens lebendig werden lässt.
Alle zwei Jahre treffen sich im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen bei Nabburg Dudelsackmusikanten von beiderseits der bayerisch-böhmischen Grenze zu einem gemeinsamen Musikantentreffen. Am Sonntag, den 7 Juli, ist es wieder so weit: den ganzen Nachmittag „brummen die Böcke“ – so sagen die Dudelsackspieler, wenn sie ihr Instrument bedienen.
9 Gruppen haben bisher ihre Teilnahme zugesagt. Sie kommen aus Regensburg, Floß, Cham, Domažlice, Mrakov, Postrekov, Trhové Sviny, Tachov, und dieses Jahr auch erstmals aus Kremsmünster in Österreich.
Der Dudelsack ist ein sogenanntes Borduninstrument und gilt gemeinhin als schottisches Nationalinstrument, er war jedoch in der Vergangenheit in unterschiedlichen Bauweisen in ganz Europa verbreitet. In vielen Landschaften und Ländern wird die Tradition des Dudelsackspiels bis heute gepflegt. In Ostbayern kam diese archaische Musik der Bauern und Hirten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Erliegen, bis nach dem Zweiten Weltkrieg einige heimatvertriebene Musikanten aus dem Egerland ihr Instrument hervorholten und wieder zum Erklingen brachten.



