„Erpflgrobn“, Kartoffelernte und Alte Kinderspiele im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen
Am Sonntag, den 05. September, findet im Freilandmuseum Neusath-Perschen die Kartoffelernte statt. Der Kartoffelanbau prägte über Jahrhunderte die Landwirtschaft in der Oberpfalz, weshalb diese Region auch den Beinamen „Erdäpfelpfalz“ erhalten hat. Bereits im Jahre 1647 werden die Kartoffeln in Nordostbayern nicht mehr als exotische Nutzpflanze, sondern als Nahrungsmittel angebaut, so erwähnt für Pilgramsreuth bei Rehau und Hof.
Aufgrund der kulturgeschichtlichen Bedeutung der Kartoffel widmet sich das Oberpfälzer Freilandmuseum am Sonntag wieder ganz dem Thema Erdäpfel. Im Mittelpunkt stehen dabei von 13.00 bis 17.00 Uhr die Feldarbeit, die Kartoffelernte und die Verarbeitung. Als eine Möglichkeit der Lagerung im Freien wird die Errichtung einer Kartoffelmiete vorgeführt. Im Matzhof verströmt der Kartoffeldämpfer köstliche Gerüche. Selbstverständlich können hier Kartoffeln probiert werden und wer das möchte, darf auch bei der Arbeit mithelfen.
Die Kartoffel war für die Bewohner der Oberpfalz nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern Hauptnahrungsmittel. So gehören auch heutzutage typische Kartoffelgerichte zu den Spezialitäten der Oberpfälzer Küche. Einen kleinen Ausschnitt davon bietet das Oberpfälzer Freilandmuseum seinen Besuchern am Erdäpfeltag. Darunter Dotsch mit Kraut, Brüstl oder Apfelmus und eine Kartoffelsuppe in der Museumsgaststätte „Beim Wirth“.
Neben einem Kartoffelfeuer, auf einem der Felder, können die Besucher im Matzhof eine Zusammenstellung von Geräten sehen, in der die Entwicklung der Anbau- und Erntemaschinen von ca. 1900 bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft, ca. 1960, dargestellt ist.
Auch die alten Kinderspiele werden an diesem Sonntag wieder angeboten. Die Kinder können zwischen Stelzen gehen, Schussern und Laufradl basteln auswählen. An diesem Tag können kleine Besucher auch mit Barbara Hierl den Kartoffeldruck ausprobieren, eine einfache Drucktechnik, die , man leicht zu Hause nachmachen kann. Katrin Rieppel hat sich für die Kinder ganz besondere Aktionen einfallen lassen. Sie dürfen selbst Kartoffeln ausgraben und die dickste wird dann zum Kartoffelkönig gekrönt. Man kann auch die Kartoffelschleudermaschine bedienen, ein Kartoffelsinnesspiel ausprobieren und einen Rätselfragebogen beantworten.
Um 14.00 Uhr bietet Frau Maria Kiener eine Sonderführung zum Thema „Wilde Früchte – die Hecke birgt viele Geheimnisse“. Hecken gehörten früher als wichtiger Bestandteil zur Landwirtschaft. Hier konnten Vögel nisten, die Ungeziefer vertilgten, und die jungen Hölzer brauchte man für Besenstiele und Zaunlatten. Die gesamte Hecke schützte die Felder vor Erosion.
Nach der Rückkehr bietet es sich an, einen Sack Kartoffeln mit nach Hause zu nehmen.
Wie an allen Sonntagen wird auch an diesem Tag beim Schallerhof wieder Brot gebacken.


