Die eigene Geschichte und die der Nachbarn. Tschechische und bayerische Autoren im Dialog (1)

Die eigene Geschichte und die der Nachbarn. Tschechische und bayerische Autoren im Dialog.
Mit Anna Zonová, Jáchym Topol und Werner Fritsch
Moderation: Eva Profousová
Der Zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen bis in die Gegenwart sind in der jüngeren Generation tschechischer Autoren Themen vielfältiger literarischer Auseinandersetzung. An zwei Abenden stellen tschechische Autoren gemeinsam mit jeweils einem bayerischen Kollegen ihre Prosatexte vor und werden sich anschließend ins Gespräch über die eigene Geschichte und die der Nachbarn begeben. Die von den tschechischen Autoren gelesenen Texte sind im Septemberheft 2008 der Zeitschrift “Sprache im technischen Zeitalter” nachzulesen.
Am Mittwoch, 22. Oktober 2008, lesen und diskutieren Anna Zonová, Jachym Topol und Werner Fritsch.
Anna Zonovás Roman “Zur Strafe und zur Belohnung” (“Za trest a za odménu”) spielt im nordmährischen Sudetengebiet und untersucht die Schicksale von Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg dort angesiedelt wurden. Der Roman ist in einer zweisprachigen Ausgabe im Herbst 2007 im Wieser Verlag, Klagenfurt, erschienen. Anna Zonová, geboren 1962 in Nižný Komárnik (Slowakei), arbeitet als Prosaautorin und Kunstkritikerin.
Von Jáchym Topol, geboren 1960, sind bereits einige Romane in deutscher Übersetzung erschienen, zuletzt “Nachtarbeit” (2003) und “Zirkuszone” (2007), beide im Suhrkamp Verlag. Bisher nicht auf deutsch erschienen ist sein Reisebericht “Supermarkt der Sowjethelden” (“Supermarket sovĕtských hrdinu”) über eine Reise durch die Ostslowakei nach Polen. Eine Station ist das Kriegsdenkmal am Dukla-Paß, wo im 2. Weltkrieg schwere Kämpfe zwischen den deutschen und den sowjetischen Truppen stattfanden, unter der Beteiligung der tschechoslowakischen Brigaden des Generals Ludvík Svoboda.
Werner Fritsch, geboren 1960 in Waldsassen und an der bayerisch-tschechischen Grenze aufgewachsen, hat diese Grenzlandschaft in seinem Debüt “Cherubim” (1987) durch die Augen des Knechts Wenzel beschrieben. Seine Dramen und Hörspiele kreisen immer wieder um das dunkle Kapitel des deutschen Nationalsozialismus. Zusammen mit seiner Frau Ute Ackermann gab er eine Anthologie mit Texten zu Böhmen heraus und schrieb das Nachwort zu Bohumil Hrabals Romanausgabe in der Reihe Suhrkamp Quarto (2008).
2. Teil der Veranstaltung am 12.11.2008
Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Literarischen Colloquium Berlin.
