Exkursion auf den Čerchov – Waldbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels
Im Frühjahr dieses Jahres fand im Centrum Bavaria Bohemia die Ausstellung historischer Fotografien „Mensch, Natur und ihre Katastrophen“ statt, die die Kraft der Naturelemente und deren Wechselwirkung mit dem Menschen thematisierte. Als wir die Ausstellung eröffneten, ahnten wir noch nicht, wie katastrophal die Hitzewelle in den Sommermonaten sein würde. Umso aktueller war unser Begleitprogramm – eine Exkursion zum Berg Čerchov und zu den Wasserreservoirs bei Nemanice am Samstag, dem 15. August 2026.
Der Ausflug wurde gemeinsam mit der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz organisiert, und unser Wanderführer war der Förster Bc. Miroslav Žižka, der uns die Waldbewirtschaftung rund um den Berg Čerchov und dessen Umgebung erläuterte. Er betonte die Bedeutung einer gemischten Waldzusammensetzung, die klimatisch wesentlich widerstandsfähiger ist und in Form der sogenannten „herzynischen Mischung“ – einer natürlichen Gemeinschaft aus Tanne, Buche und Fichte – gerade in den oberen Lagen der Čerchov-Wälder zu finden ist. Dank der langjährigen Unzugänglichkeit ist die Natur in diesem Naturschutzgebiet sehr gut erhalten.
Interessant war auch die erneute Anpflanzung der Rot-Eibe, die auch hier eine heimische Baumart ist, sowie die gezielte Auslichtung des Waldes außerhalb des Naturschutzgebiets durch selektive Holzernte. Wertvolle Anmerkungen zur Exkursion lieferte auch der Förster Jürgen Köbler aus dem benachbarten Forstbezirk Furth im Wald, der unter anderem auch die Bewirtschaftung und die Situation auf der bayerischen Seite beschrieb, wo Privatpersonen die Mehrheit der Waldbesitzer stellen.
Auf dem Gipfel des Čerchov besuchten wir nicht nur das Restaurant „Čerchov“, sondern auch den Kurz-Turm mit Aussichtsplattform und der Ausstellung des Centrums Hindle, die gerade die Entstehung des Turms und das Schicksal des Čerchov-Hügels während des Sozialismus nachzeichnet.
Bei immer stärker werdender Hitze hielten wir uns noch kurz an den Wasserreservoirs in der Nemanice-Aue auf, die vor etwa sieben Jahren in Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Nemanice und der AOPK angelegt wurden und heute eine so wichtige Funktion bei der Wasserspeicherung in der Landschaft erfüllen. Trotz des deutlichen Wasserverlusts war zu sehen, dass sie nach wie vor eine kleine Oase für die dort lebenden Tiere und Wasservögel darstellen.
Im Kontrast zur Aue stand das direkt daneben liegende, mit einem Elektrozaun umzäunte Maisfeld, das der Landschaft nichts zurückgibt, sondern ihr vielmehr nur nimmt und Herbizide hinterlässt.
Die Zugänge zur Natur und zur Landschaft sind unterschiedlich. Wenn wir als Menschheit jedoch in ihr überleben wollen, wird es weitaus mehr Respekt und Demut erfordern.
Die Veranstalltung wurde finanziell vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und dem Landkreis Schwandorf unterstützt.





