Das Ende des Uranabbaus

Warnschilder bei der Grube Wäldl, 1990

Bild: Mineralienmuseum Ferdinand Wagner / © G. Eigler

Abbriss des Förderturms in Mähring, 1994

Bild: Mineralienmuseum Ferdinand Wagner

In Mähring und Poppenreuth wurde der Uranabbau 1983 eingestellt – dieses Mal endgültig. Ende der 1970er Jahre war der Uranpreis auf dem Weltmarkt erneut eingebrochen. In Mähring blieben die Erträge wohl weit hinter den Erwartungen zurück. „Man sah es schon an den Gesichtern, wenn nach der Sprengung mit dem Geigerzähler gemessen wurde“, berichtet der ehemalige Bergmann Willibald Kraus. „Wenn der Chef das Gesicht verzog, wusste man, die Werte sind nicht gut.“ Die meisten Bergleute aus Poppenreuth und Mähring erhielten eine Abfindung und suchten sich ein neues Auskommen. Noch bis 1989 wurde in Mähring eine „Haldenlauge“ betrieben: Mit Schwefelsäure wurde ein Konzentrat aus mehreren Tausend Tonnen „Armerz“ gewonnen. Anfang der 1990er Jahre wurden die Schächte in Poppenreuth und Mähring unter strengen Umweltschutzauflagen mit einer Betondecke verfüllt, die Rückstände in einer Monodeponie verschlossen. Die Kosten dafür übernahm der Staat, die „Gewerkschaft Brunhilde“ hatte 1991 Insolvenz angemeldet. Bis heute prüft das Landesamt für Umwelt die Sickerwässer aus der Deponie – eine Gefährdung der Umwelt besteht nicht.

Was bleibt über 30 Jahre nach dem Ende des Uranabbaus am Grenzkamm? Die ehemaligen Gruben Dylen, Wäldl und Höhenstein sind längst von Gras und Bäumen überwachsen. Die Spuren des Uranabbaus erkennen nur Eingeweihte. Auf deutscher Seite gibt es nur noch eine Handvoll ehemaliger Bergleute, die von der Zeit berichten können. In den Gesprächen zeigt sich, wie wichtig dieser Lebensabschnitt für sie war. „Es war meiner Meinung nach nicht richtig, dass wir später nie wieder zusammengekommen sind“, sagt Willibald Kraus.

Auch für die Gruben Dyleň und Zadní Chodov kam Anfang der 1990er Jahre das Aus. Nach dem Ende des Kommunismus konnten die Staatsbetriebe nicht mehr mit dem Uranabbau in Kanada oder Südafrika konkurrieren. Bald nach dem Ende der „Urangruben Westböhmen“ eröffneten ehemalige Uranbergleute 1995 in Planá ein Bergbaumuseum. Jan Teplík leitete es viele Jahre lang, noch immer gibt er regelmäßig Führungen und betreut die Besucher. „Eigentlich lebe ich bis heute mit dem Bergbau“, sagt er. Die Kumpel aus den „Urangruben Westböhmen“ kommen jedes Jahr im Juni zu einem Treffen in Planá zusammen.