Einstimmige Musik von Meistern der Mehrstimmigkeit
Ludwig Frankmar aus Berlin spielt auf seinem Barokcello die Suite d-Moll von Marin Marais, sowie vier Fantasien aus ‚Fantaisies pour la Basse de Violle‘ von Georg Philipp Telemann.
Im ausgehenden 17. Jht. sprach man nicht mehr von einem spezifisch ‚Französischen Stil‘, da sich dieser zunehmend in den vorherrschenden ‚Italiensichen Stil‘ integriert hatte. Marin Marais – der Sologambist des Sonnenkönigs – ließ sich von dieser Entwicklung nicht beeinflussen, sondern schrieb eine Musik, welche sich an die Werke seines Vorbilds und Lehrmeisters Jean-Baptiste Lully anschließ.
Mit mehr als 6.000 überlieferte Kompositionen ist Georg Philipp Telemanns Werk nicht zu fassen. Es streckt sich über alle Gattungen und Stilrichtungen. Telemann ist der produktivste – und wohl unüberschaubarste Komponist der Musikgeschichte. 1721 wurde er Kirchenmusikdirektor in Hamburg. 1735 veröffentlichte er dort 72 Fantasien für Soloinstrumente; 36 für Cembalo und je 12 für Violine, Flöte und Gambe. Die Gambenfantasien galten als verschollen bis sie 2015 wiederentdeckt wurden.
Ludwig Frankmar (*1960) ist in einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie aufgewachsen und studierte in seiner Heimatstadt Malmö bei Guido Vecchi sowie, nach vielen Jahren als Orchestermusiker, bei Thomas Demenga an der Musikhochschule Basel. Nachdem er den Orchesterberuf verließ, beschäftigte er sich zunächst mit zeitgenössischer Musik. Kontakte und die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führten ihn zur Alten Musik, wonach ein Barockmusikstudium an dem Sweelinckkonservatorium in Amsterdam folgte. Er konzentriert sich auf die frühe Solomusik der kleinen Bassinstrumente aus der Zeit der späten Renaissance und des Barock, in der es zwischen Gamben und Violoncelli noch keine deutliche Trennung gab. Sein Instrument ist ein fünfsaitiges Barockcello von Louis Guersan (Paris, 1756). Er ist Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Berlin-Lankwitz.

