Jürgen Ferdinand Schlamp: Bedeutung und Begriff
Jürgen Ferdinand Schlamp ist ein Künstler der Konkreten Kunst. Sein Hauptthema bezieht sich auf den ständigen Wechsel verschiedener Systeme, die wir zu unserer Orientierung in der Welt anwenden. Dabei unterscheidet er zwischen der sinnlichen Wahrnehmung von Situationen, Stimmungen, Objekten, Bewegungen und Prozessen einerseits und entsprechenden Begriffen andererseits.
Der erste Bereich ist gekennzeichnet durch eine klare Erste-Person-Perspektive mit all ihren körperlichen und subjektiven Relativitäten, der zweite Bereich mit einer Dritten-Person-Perspektive und dem Anspruch, Wirklichkeit objektiv erfassen zu können. Schlamp veranschaulicht diesen Spannungsbogen, indem er einige Teile einer Zeichnung schwebend, auch mit variablen, unsicheren Zuordnungen entsprechender Farb- oder Formbeziehungen darstellt, andere Teile wie eine Senkrechte oder einen rechten Winkel mit Hilfe klarer und eindeutiger Linien zeigt.
Es entwickelt sich ein Eindruck von Positiv-Flächen und übrig bleibenden Negativ-Flächen. Ihre Beziehungen zueinander scheinen sich ständig zu verändern. Während die Quadrat-Flächen eher statisch wirken, bleiben die Flächen mit elliptischen Konturen unentschieden, während die kräftigen, bunten Farbflächen eine klare und präzise Wirkung vermitteln, bleiben die sehr hellfarbigen und grauen Flächen eher im Bereich von Ahnung und Vermutung. Man glaubt, sich in einer Art Versuchs-Labor zu befinden, in dem der generellen Annahme von Sicherheit unserer Wahrnehmung die Elemente der Verunsicherung gegenübergestellt werden. Ein Verweis auf die allgemeine Fragilität unseres Verständnisses von Wirklichkeit.

