Prager Pracht im Haus der Macht
Bei der Sonderführung im Pfalzmuseum Forchheim stehen die gotischen Wandmalereien böhmischer Künstler in der ehemals fürstbischöflichen Burg im Mittelpunkt. Sie zählen zu den ältesten Wandmalereien Bayerns in einem profanen Gebäude.
Die Sonderführung ist Teil des Begleitprogramms der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung Karl IV. 2016 / 2017 in Prag und Nürnberg. Sie beschäftigt sich mit kunsthistorischen, historischen und künstlerischen Aspekten. Ergänzend wird eine kurze Einführung in Material und Technik der Restaurierung gegeben.
Die religiösen, allegorischen und alltäglichen Malereien wurden vom Erbauer der Burg, dem Bamberger Fürstbischof Lambert von Brunn (um 1320 – 1399) in Auftrag gegeben. Angefertigt wurden sie zwischen 1380 und 1400 von führenden Künstlern mit Bezügen zu den damaligen Kunstzentren in Böhmen und Italien.
Von Brunn hatte enge Verbindungen zum böhmischen Königshaus in Prag. Er war enger Vertrauter und führender Politiker unter Kaiser Karl IV., ehe er 1375 Fürstbischof von Bamberg und darüber hinaus sogar Kanzler unter König Wenzel wurde.
Die Entstehungs- und Baugeschichte ist eng verbunden mit Fürstbischof Lambert v. Brunn und seinen Beziehungen zum Königshof in Prag. Die kunsthistorische Betrachtung thematisiert die zunehmend naturalistische Darstellung der Figuren in einer neuen Auffassung des Raumes am Ende des 14. Jahrhunderts (Zuwendung vom Jenseits ins Diesseits, Dreidimensionalität).
Der technische Aspekt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Architektur und Wandmalerei, ihren Farbpigmenten, Bindemitteln sowie dem Farbauftrag. Ergänzend zur Führung soll den Besuchern die Vorgehensweise der Restaurierung verdeutlicht werden.

