Preclíkovi – Zwischen Traum und Wirklichkeit
Ort: Südböhmische Aleš-Galerie – Wortner-Haus
Zdeněk J. Preclík (*1949), der seine Arbeit zu Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts aufnahm, gehört zu den letzten großen Künstlern der tschechischen Postmoderne. Seine originellen Herangehensweisen machen den Künstler zum Demiurgen, ohne dabei einem polternden und leeren Exhibitionismus Vorrang zu gewähren. Preclík testet als herausragender Kenner seines Handwerks die Grenzen von Formen und Themen aus.
Der Künstler arbeitet vor allem mit Kategorien, die im tschechischen Kontext nicht gänzlich verstanden werden müssen. Seine Ausdrucksmittel sind Torsi, Fragmente und ungewöhnliche stilisierende und klassische Formen (Dialoge des europäischen Kanons mit orientalischen und exotischen Inspirationen), die die Lücken großzügiger modernistischer Strukturen durchdringen.
Demgegenüber ist das malerische Werk seiner Frau Marie Preclíková (*1949) zu den eigenwilligen Äußerungen einer leicht zu erkennenden bildkünstlerischen Handschrift einer vollen bildnerischen Erfindungsgabe zu zählen. Obwohl sie bereits ihr ganzes Leben lang ihre Gemälde ausstellt, ist sie der Öffentlichkeit paradoxerweise vor allem durch ihre wissenschaftlichen Tier-Illustrationen für Enzyklopädien bekannt, die mit Erfolg auch in Deutschland, den Niderlanden, Spanien, Italien und Frankreich veröffentlicht wurden. Der eigentliche Kern ihres Schaffens sind aber eigenwillige traumhafte Porträts verschiedener Lebewesen und romantische imaginative Landschften. Die Ausstellung steht am Beginn der Ausstellungsreihe Dvojice (“Paare”), in der Künstler-Ehepaare und andere scheinbar unvereinbare bildende KünstlerInnen miteinander konfrontiert werden.


