Jiří David: Gestank wird überdeckt, verschwindet aber nicht
Jiří David (geboren im Jahr 1956 im nordböhmischen Rumburk/Rumburg) hat eine deutliche Neigung zur Fragmentierung der Bildfläche, zur Verwendung von Zeichen, zur Nutzung der Masse medialer, existentieller, intimer, erschreckender, geschichtlicher, künstlerischer, banaler und ordinärer Weltbilder. In seiner Kunstauffassung geht er vom postmodernen Gemäldediskurs aus, der durch die Fragmentierung die verschiedenen Ebenen der Gegenwart widerspiegelt.
Die im Laufe der Jahre entstandenen Werke Davids unterscheiden sich formal in Technik und Herangehensweise. Neben Gemälden und Zeichnungen fertigte und fertigt er auch Fotografien, Objekte und Installationen an. Am Ende seines Schaffensprozesses steht jedoch so gut wie immer Davids überzeugende Ästhetik, die versucht, die gängigen “schönen” Regeln zu verändern oder außer Kraft zu setzen, aber sie gleichzeitig – in einer paradoxen Dichotomie – auch ästhetisch zu stärken.
Durch die etwas kryptische Darstellung der Themen, die in Davids Werken auftauchen, bleiben dem Betrachter viele unterschiedliche Möglichkeiten, diese entsprechend seiner eigenen Lebenserfahrung und seiner Erfahrungen mit dem “Lesen” von Kunst, wahrzunehmen. Hinter der Entstehung jedes einzelnen Werkes ist jedoch stets ein eindringlicher Beweggrund spürbar.

