Ludwig Gebhard “Von der Fläche zur Dreidimensionalität” – Malerei, Druckgrafik und Plastik
In einem um 1900 im Heimatstil errichteten Schulgebäude hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem in Tiefenbach geborenen Künstler Ludwig Gebhard eine Ausstellung seiner Arbeiten eingerichtet. Gebhard (1933-2007) gehörte vor allem mit seinen farbigen Linolschnitten zu den führenden Druckgrafikern der zeitgenössischen Kunst.
Sein künstlerischer Werdegang, seine Auseinandersetzung mit Malerei und Grafik, begann 1958 an der Akademie der Bildenden Künste in München. Für die Wechselausstellung „Von der Fläche zur Dreidimensionalität“ wurden Werke ausgewählt, die die Entwicklung von der Fläche in den Raum aufzeigen. Zu sehen sind in dieser Ausstellung konkret-konstruktivistische Ölbilder, Graphit-Lasur-Zeichnungen und Grafiken, die eine dominierende Rolle im künstlerischen Schaffen Ludwig Gebhards spielen.
Der Künstler reduziert nach einem Gliederungsprinzip seine Bildaussage auf das Wesentliche, nämlich auf diagonale, horizontale und vertikale Streifen, doch auffallend in seinen Bildern sind auch die Dreieck-Mosaike, die die Bildfläche nicht nur ausfüllen, sondern vom Betrachter dreidimensional gesehen werden können. Unterschiedliche Dreiecksformen lassen suggestive Bildräume entstehen. Die ausgestellten Arbeiten haben eine ungeheure Variationsbreite, von Linien und Flächen. Eine plane Oberfläche ruft den Eindruck von Tiefe und Bewegung hervor. Ludwig Gebhard setzt in diesen Arbeiten die Komponenten Farbe und Form mit unterschiedlichen Gewichtungen ein, so dass sich nicht nur dynamische Spannungsfelder bilden, sondern geometrisch multiperspektivische Vexierbilder entstehen. Bei nur geringfügiger Veränderung der Sichtweise ergeben sich vollkommen neue Perspektiven und visuelle Wahrnehmungen von unglaublicher Tiefenräumlichkeit. Flächen, die nach vorne oder nach hinten kippen, entwickeln illusionistische dreidimensionale Gebilde.

