Blanka Lamrová – Ausstellung zum Jahrestag des 17. November 1989
Die Ausstellung von Blanka Lamrovás Schwarz-Weiß-Fotografien vermittelt das Gehetztsein der ostdeutschen Flüchtlinge, die im September 1989 aus der DDR in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag strömten. Alles begann mit dem Überwinden des Zauns und endete mit der Fahrt tausender Menschen in Richtung ihres erträumten Ziels – dem Westen.
Auslöser für die Entstehung ihrer ersten Aufnahmen war nicht so sehr Blanka Lamrovás professionelles Interesse als vielmehr der Versuch, mehr über diese Menschen zu erfahren. Erst nach zwei Wochen wagte die Fotografin, die Situation direkt vor der Botschaft mit ihrer Kamera festzuhalten. Sie war geschockt von der bedrückenden Lage der Menschen, die dort im Garten der Botschaft in provisorisch aufgebauten Betten unter freiem Himmel übernachteten. Gleichzeitig bewunderte sie ihren Mut und die Entschlossenheit, mit der sie alles zurückließen. In den Aufnahmen ist die emotionale Anteilnahme Blanka Lamrovás an den Schicksalen dieser Menschen spürbar, was den Fotografien besondere Authentizität verleiht.
Blanka Lamrová studierte in ihrer Jugend Fotografie an der Gewerblichen Mittelschule für Grafik in Prag. Seit 1972 ist sie als Fotografin für die Nationalgalerie tätig.

