Prag durch das Objektiv der Geheimpolizei
In den 1970er und 80er Jahren verfolgte die tschechoslowakische Staatsicherheit StB zahlreiche als feindlich eingestufte Personen. Dabei entstanden tausende heimlich aufgenommene Fotografien, bizarre Zeugnisse der Überwachung.
In den 1970er und 80er Jahren verfolgte die tschechoslowakische Staatsicherheit StB zahlreiche als feindlich eingestufte Personen, darunter Dissidenten, Unterzeichner der Charta 77 oder Kirchenvertreter. Die dabei entstandenen Fotografien sind nicht nur Zeugnisse eines totalitären Staates, sonden zeigen im Hintergrund ebenso die Atmossphäre und Gesellschaft jener Zeit. Eine Auswahl dieser Aufnahmen wird nun erstmals in Regensburg zu sehen sein.
Wissenschaftliche Erläuterungen stellen die Fotografien in den historischen Kontext. In den Akten der StB fanden sich ganze Fotoserien observierter Objekte, darunter prominente Persönlichkeiten wie Kardinal František Tomášek, Regisseur Miloš Forman oder der britische Historiker Timothy Garton Ash. Sie zeigen die Überwachungsopfer im Alltag und ganz nebenbei ein Prag fernab von Postkartenmotiven. „Diese Fotografien sind nicht nur ein stummes Zeugnis des gleichgeschalteten Umfelds der totalitären Gesellschaft und der überwachten „Objekte“ […], sondern gleichfalls eine deutliche Aussage über ihre anonymen Autoren“, schreibt die Historikerin Anna Pavlíková in der Ausstellung.
Veranstaltungsort: Foyer der Zentralbibliothek Universität Regensburg
Veranstalter: Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter

