Cirque Citroën – Pavel Botka, Myroslav Hora
Ausstellung: 02.11. – 30.11.2012
Eine Ausstellung, die den Wagen Citroën 2CV, üblicherweise Ente genannt, präsentiert. Die Ente als deus ex machina und unendliche Inspirationsquelle. Eine Ausstellung, die wir den Enten schulden.
Warum?
“Einmal (es ist schon ein paar Jahre her) sind Hora mit Botka wegen einer toten Ente nach Regensburg gefahren, und als sie dort mit den Schlüsseln und der Trennschleifmaschine voll von Sentiment über dem wunderschönen Material standen, so ist ihnen eingefallen, dass dies eine großartige Ausstellung sein könnte. Einige Enten-Artefakte, Bilder, Möbel und so, alles mit Enten. Abgemacht.“
Hora über die Ente:
“JEDER NORMALE Junge ist durch die Ente bezaubert, oder?… sonst müsste er ein Idiot sein, absolut empfindungslos, wenn er es nicht wäre!… oder ein Hockeyspieler könnte er noch sein… also erstens: die Ente hat einen Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor und dies erweckt machistische Triebe, nicht wahr?… zweitens: wenn die Karre ins Schwingen kommt – zum Beispiel auf einer tschechischen Kreisstraße, so sieht es so aus, als tanze ein Mädchen Flamenco, oder? … und da ist der Junge gleich fertig, nicht wahr?… drittens: die Linien der Karre – es sieht so aus, als trampele das Mädchen, das Flamenco tanzte, nicht mehr, und duscht gerade… na, und Testosteron kann er nach Ausland exportieren, nicht wahr?… viertens: es geht NICHTS über dieses Auto… es ist wie der David von Michelangelo: einzigartig… in der Ente fuhren Jane Birkin oder Jacques Brel… vielleicht auch de Gaulle, aber wahrscheinlich heimlich :)…”
Botka über die Ente:
In den Jahren 1948–1990 wurden insgesamt 5.114.961 Enten-Exemplare hergestellt. Sie haben nicht nur das Motoren-Antlitz Frankreichs geändert, sondern auch das Schicksal von vielen Menschen beeinflusst. Damit sind auch viele überraschende Feststellungen verbunden – ohne die Ente hätte der Picasso Kubismus nicht entdeckt, Doktor Pasteur die Vakzine gegen Tollwut erfunden und Henri Cartier-Bresson hätte sich sein Brot als Paparazzi verdient. Gäbe es die Ente nicht, wäre Vincent van Gogh wahrscheinlich im Bett gestorben…

