Der Böhmerwald Josef Váchals / Böhmerwald-Reflexionen
Im Rahmen des weiter gefassten thematischen Projekts Böhmerwald-Reflexionen ist eine eigene Ausstellung in einem Raum der Galerie der Stadt Pilsen dem berühmten zeitlosen Zyklus aus Váchals Buch Der Böhmerwald sterbend und romantisch gewidmet.
Eröffnung am Donnerstag, dem 8. 11. 2012 um 17 Uhr in der Galerie der Stadt Pilsen, Náměstí Republiky 40. Einführende Worte: Václav Malina, Direktor der Galerie der Stadt Pilsen und Kurator der Ausstellung. Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Pilsen Martin Baxa statt. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum des Böhmerwalds in Sušice /Schüttenhofen und mit mit finanzieller Unterstützung der Stadt Pilsen, des Ministeriums für Kultur der Tschechischen
Republik realisiert.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–12, 13–18 Uhr
Das Projekt entstand auf Grundlage des Zusammentreffens von Künstlern aus der Tschechischen Republik, Deutschland und Österreich im Rahmen mehrerer Symposien, die inspiriert waren von Persönlichkeiten, die mit dem Böhmerwald und dem Böhmischen Wald (Oberpfälzer Wald) auf beiden Seiten der Grenzen der genannten Länder verbunden waren, wie Adalbert Stifter (geboren in Horní Planá / Oberplan) und Karel Klostermann (geboren im oberösterreichischen Haag), und vor allem im Rahmen der Malersymposien Šumava / Böhmerwald, die in den Jahren 2008–2012 in Kvilda /Außergefild stattfanden, einem Ort, der dabei ist, sich dank lokaler Initiativen in Verbindung mit den Aktivitäten weiterer Kunstvereine und Galerien zu einem bedeutenden künstlerischen Zentrum der Böhmerwaldregion zu entwickeln.
An der Wiege der Symposien Der Böhmerwald Adalbert Stifters und Karel Klostermanns (2004–2006) standen zwei unermüdliche Pilsener Organisatoren, die Eheleute Anna Kocourková und Karel Kocourek, die zu dieser Zeit eng mit Dr. Aldemar Schiffkorn zusammenarbeiteten, dem Leiter des Amts für kulturelle Beziehungen mit dem Ausland des Bundeslandes Oberösterreich in Linz, und die bereits sehr gute Erfahrungen mit dieser Zusammenarbeit bei dem vorangegangenen Symposium großformatiger Malerei Johannes von Nepomuk – der Heilige Mitteleuropas und bei einer Reihe von gerade im Bereich des Böhmerwalds veranstalteten Bildhauersymposien gemacht hatten.
Eine weitere wichtige inspirierende Persönlichkeit für das betreffende Thema ist Josef Váchal (1884–1969), gebürtig in Milavče bei Domažlice/Taus, dessen großartiges malerisches und grafisches Werk zum Teil gerade mit dieser Region verbunden ist, namentlich sein berühmtester grafischer Zyklus Der Böhmerwald, sterbend und romantisch, an den in der Ausstellung mit einer selbständigen Exposition erinnert wird.
Wie weitreichend der Einfluss seiner Persönlichkeit und seines Werkes war, belegt auch diese Ausstellung. In ihr treffen sich Künstler mehrerer Generationen und der verschiedensten künstlerischen Herangehensweisen: Künstler, die sich mit den klassischen Kunstgenres und -disziplinen im Bereich der Malerei (Michael Rittstein, Peter Angermann, Michal Singer, Peter Lang, Václav Malina, Wolfgang Stifter, Luděk Rathouský, Tilo Ettl, Ondřej Maleček, Katharina Dietlinger, Richard Štipl, Alena Anderlová, Václav Girsa, Martin Salajka und andere) oder im Bereich von Zeichnung und Grafik befassen (Milan Maur, Dalibor Smutný, Šárka Trčková, Ladislav Sýkora, Lukáš Kudrna), aber auch Bildhauer (Toni Scheubeck, Václav Fiala, Jiří Beránek, Benedikt Tolar), Fotografen (Anna Kocourková und Karel Kocourek, Jiří Šigut) sowie Vertreter der neuen Medien, z. B. der Videoart (Miloš Šejn).
Kriterium für die Auswahl der Exponate war die direkte Verbindung mit dem Thema – dem Böhmerwald und seinem Genius loci, der Ausdruck der Atmosphäre und der Spezifik der hiesigen Region und des Lebens in ihr. Deshalb wurden zu dieser Ausstellung auch Künstler eingeladen, die hier direkt leben und arbeiten (Ladislav Sýkora, Toni Scheubeck, Alena Anderlová, Miroslav Šisler, Zdeňka Giacintová und andere).
Die Ausstellung will nicht einen erschöpfenden Überblick über Künstler und Werke bieten, sondern auf die Lebens- und Tragfähigkeit des Themas in der zeitgenössischen Kunst hinweisen und zugleich der Genialität des tschechischen Künstlers Josef Váchal eine Huldigung darbringen.


