Kunst in der Öffentlichkeit: Soziales Engagement versus politische Provokation
Vortrag von Martin Krenn
Veranstaltungort: Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Anfang des 20. Jahrhunderts, in der klassischen Avantgarde, entstanden Kunstperformances, die mittels Provokation politische Inhalte zur Diskussion stellten. Der öffentliche Raum wurde als Bühne benutzt, die Zielgruppe bestand nicht mehr aus einem spezialisierten Kunstpublikum sondern aus den zufällig anwesenden PassantInnen. Der Einfluss der damals entstandenen politisch engagierten Kunstformen erstreckt sich über das gesamte 20. Jahrhundert.
Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich in der Tradition der Sozialen Plastik (Joseph Beuys) vor allem in Europa und in den Vereinigten Staaten eine neue Form sozial orientierter Kunst, die auf Partizipation setzt. Was taugen die DADA-Strategien von einst im heutigen durchkommerzialisierten Kunstbetrieb? Der Vortrag wird dieser Frage nachgehen, unterschiedliche Kunstperformances und Projekte des 20. sowie 21. Jahrhunderts ins Visier nehmen sowie diese anhand Martin Krenns eigener Projekt-Erfahrungen erläutern.
Martin Krenn ist Künstler, Kurator und seit 2006 Lektor an der Universität für Angewandte Kunst, Abteilung Kunst und kommunikative Praxis (KKP), Wien. Er verschränkt Kunst und politischen Aktivismus. Seine Projekte, Fotoarbeiten und Videos widmen sich schwerpunktmäßig der Rassismuskritik, der Erinnerungs- und Gedenkarbeit sowie verschiedenen Kampagnen zu Bleiberecht, Asylwesen und Migrationsfragen. Er setzt sich im Rahmen seines Ph.D.-Projektes mit dem politischen Raum in sozial engagierten Kunstpojekten auseinander. Er lebt in Wien und Belfast.

