Ausstellungseröffnung: Uni mit Kunst – Bildende Kunst aus der Uni Regensburg in Pilsen
Prof. Dr. Birgit Eigelsperger, ihre Studenten und Absolventen des Instituts für Kunsterziehung / Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg zeigen Grafik, Malerei und Plastik in der Galerie im Foyer der Studien- und Wissenschaftsbibliothek in Pilsen
Mit Arbeiten von:
- Joseph Deml
- Katharina Eberhard
- Prof. Dr. Birgit Eiglsperger
- Fanny Jacquier
- Christina Kirchinger
Ausstellungsdauer: 04.10. – 02.11.12
Die künstlerischen Intentionen:
Joseph Deml – Porträtmalerei in Öl (Student, Master Bildende Kunst)
Im Zentrum meiner Arbeit steht die menschliche Figur und im Besonderen ihr Gesicht. Meine Modelle inszeniere ich durch den gezielten Einsatz von Licht und Schatten sowie Kleidung und Requisite. Ich versuche mittels genauen Beobachtens die individuellen Gesichtszüge und Körperformen zu ergründen. Vor allem interessiert mich dabei der Moment der Kontemplation. Meine Dargestellten sind entspannt, beobachten oder denken nach. Mit meinen Gemälden möchte ich den Betrachtern zu ähnlichen Augenblicken verhelfen.
Katharina Eberhardt – Bildhauerei/Plastik (Studentin Kunsterziehung/Kunstgeschichte)
Meine Werke sind inspiriert durch Gegenstände, Formen und Architektur. Vor allem interessiere ich mich für organische Formen, die ich in der Natur finde, wie z.B. Steine, Holz und Knochen. In der Plastik versuche ich dann, das Spiel zwischen Kehlungen und Wölbungen, Details und Flächen, Volumina und Kanten, Offenheit und Geschlossenheit von Flächen, und Licht und Schatten umzusetzen. Es entsteht ein vielschichtiges Formgefüge, welches ich in fließender Form miteinander verknüpfe. Eine Herausforderung ist vor allem die Gratwanderung zwischen Naturstudium und starker Abstraktion. Dabei experimentiere ich mit verschiedenen Materialien, wie Ton, Gips, Beton, Wachs, Papier und Nylon.
Prof. Dr. Birgit Eiglsperger – Bildhauerei/Plastik (Professorin Kunsterziehung/ Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung) Im Prozess bildnerischen Schaffens setze ich mich mit Mensch und Natur auseinander. Am Anfang steht das intensive Studium der sichtbaren Welt. Ich erforsche Detailformen und Zusammenhänge, Farben und Licht, Strukturen und Texturen, Bewegung und Veränderung, Situation und Reaktion. Langsam entsteht eine Gestaltidee, in die meine Erfahrungen einfließen. Daneben entwickelt sich – manchmal mehr, manchmal weniger bewusst – eine inhaltliche Tiefenschicht, die – so hoffe ich – den Betrachter anru?hrt, bewegt, zum Nachdenken bringt. Es geht mir nicht um Knalleffekte oder poppige Pointen. Auch lasse ich mich nicht von Modeströmungen und Mainstream leiten. Ich suche das Allgemeingu?ltige in scheinbar alltäglichen Gesten, verborgene Schichten in einem Gesichtsausdruck, einer Körperhaltung oder einem Landschaftsausschnitt. So wird mein Anliegen oft nicht unbedingt offensichtlich und sofort erkennbar, aber doch nachhaltig in Kontrast zur allgegenwärtigen, oberflächlichen Konsum- und Spaßkultur gesetzt. In technischer Hinsicht konzentriere ich mich auf Bildhauerei (Bronze-, Ton-, Beton-, Gips-, Wachs-, Papierplastiken sowie weitere Materialien und Materialmischungen) und farbige Druckgraphik. Meine ku?nstlerische Arbeit ist die Basis meiner Forschung und Lehre. Zusammen mit Kunsttheorie und Kunstdidaktik gehört sie zu den drei tragenden Säulen, die in synthetischer Interaktion zueinander stehen. www.eiglsperger.de
Fanny Jacquier – Zeichnung (Studentin, Magister Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung/Romanistik)
Die Zeichnungen sind im Rahmen eines Übersetzungsprojekts des Instituts für Romanistik der Universität Regensburg entstanden: Eine deutsch-französische Studentengruppe hat im Kollektiv erstmals einen Abenteuerroman des französischen Erfolgsautors Louis Boussenard (1847-1910) ins Deutsche übersetzt. Die deutsche Romanversion wurde von mir neu illustriert. Zu Lebzeiten war Boussenard einer der großen Abenteuerschriftsteller Frankreichs und galt als Nachfolger Jules Vernes. Der Roman Die Robinsons von Französisch-Guayana erzählt von einer spannenden Flucht eines politischen Gefangenen durch den tropischen Regenwald und dem Versuch, sich dort niederzulassen. In der Konzeption der Illustrationen war es mir wichtig, die jeweiligen Textpassagen nicht „szenisch“ aufzufassen, sondern dem Betrachter viel Raum für eigene Vorstellungen zu lassen. So habe ich versucht, der besonderen Romanatmosphäre aufzuspüren, die von der tropischen Flora und Fauna, der dortigen Tierwelt und den Einheimischen bestimmt wird. Entstanden sind Zeichnungen, die als eigenständige Bildwerke funktionieren sollen und nicht als eine reine Illustrierung des Romangeschehens. Die Übersetzung ist beim Münchner Ablit-Verlag erschienen.
Christina Kirchinger – Radierung (Studentin, Lehramt Kunsterziehung/Master Bildende Kunst)
Meine Motive gewinne ich aus der Verarbeitung von Erfahrungen und Lebenssituationen. Sie drücken Zustände und innere Befindlichkeiten aus. Die Räume und deren Figurenkonstellationen entstehen durch eine Verwandlung des Realen in visionäre oder irreale Konfrontationen. Ich möchte den Betrachter zum längeren Verweilen und intensiven Betrachten motivieren; z. B. zur Auseinandersetzung mit den Protagonisten meiner Raumbühnen. Durch das Hineinfühlen in die Figuren, die sich häufig durch Anonymität und Isolation auszeichnen, aber auch auf der Suche nach Bindung sein könnten, soll der Betrachter zum Weiterdenken angeregt werden. Dabei ermöglicht mir die Technik der Ätzradierung Flächen und Linien unterschiedlicher Dunkelheiten zu schaffen. Dabei entsteht jeder Entwurf, der als Aquatinta-Radierung um-gesetzt wird, aus einer Reihe von Ideen- und Kompositionsskizzen, in denen gezielt Wirkungen erprobt und erarbeitet werden. In der Bildflächengestaltung strebe ich eine Harmonie der Spannungen an, die das Auge des Betrachters anspricht. Diese entsteht sowohl durch bewussten als auch intuitiven Einsatz von verschiedenen bildnerischen Mitteln, durch ein Austarieren von Gegengewichten. Ich beziehe mich dabei auf das Prinzip des Goldenen Schnitts, bei dem ungleiche Streckenteile harmonisch wirken.