Anne Cameron: Töchter der Kupferfrau
Dutam Prachatice
Das Theaterspiel Töchter der Kupferfrau, das auf dem gleichnamigen Buch basiert, ist ein Mosaik von Geschichten, die von der “Uroma” erzählt werden, die das Kollektivbewußtsein der Frauen aus dem Indianerstamm Nutka verkörpert, der bis heute auf der kanadischen Insel Vancouver lebt. Die mythischen Geschichten sind sehr kostbar, weil sie bis vor kurzem nur mündlich überliefert wurden. Erst im Jahre 1980 erhielt die kanadische Schriftstellerin Anne Cameron von den Indianerinnen die Bewilligung, die Geschichten aufzuzeichnen und zu publizieren.
Dank Frau Naïa Johanisová, die das Buch ins Tschechische übersetzt hat, können sich daran auch tschechische Leser erfreuen. In den Geschichten geht es um Fragen nach der Entstehung der Menschheit, um die Suche nach Wahrheit und dem Sinn des Lebens, um das Wesen der Liebe und des Zusammenlebens. In den Sagen vermischt sich die übernatürliche mit der menschlichen Welt. Die einzelnen Bilder aus den Zeiten des mythischen Matriarchats, das in mündlich überlieferten Geschichten dargestellt wird, haben jedoch etwas Gemeinsames. Sie betrachten das männliche und weibliche Element in seinem tiefsten Wesen.

