Stanislav Judl – Ausstellung von Bildern und Zeichnungen
Die von Pavla Pečinková kuratierte retrospektive Ausstellung erinnert an den zwanzigsten Todestag des Malers, Bildhauers und Zeichners Stanislav Judl (1951 Pilsen-1989 Prag). Sein Schaffen, das sich auf existentielle und introspektive Themen konzentrierte, bildete einen wichtigen Bestandteil der Kunstszene der achtziger Jahre und stellte durch seine gedankliche Tiefe im zeitlichen Kontext eine Ausnahmeerscheinung dar. Er hatte sein Debüt zum Beginn der so genannten “Normalisierung”, als es nur minimale Möglichkeiten gab, in der Öffentlichkeit zur Geltung zu kommen, und er starb zu Beginn des Jahres 1989, nachdem die Fragen nach dem Sinn des Lebens ihn bis an den äußersten Rand der Zweifel getrieben hatten und in die abschließende Lebenskrise eingemündet waren. Während des dramatischen Geschehens im Bereich der Kunst nach der “samtenen Revolution”, als sich seine Altersgenossen offiziell etablierten, konnte sein Werk sich nicht mehr in der Öffentlichkeit durchsetzen und blieb sozusagen vergessen. Zu den wichtigen Persönlichkeiten der tschechischen Kunst der achtziger Jahre wurde er erstmals in dem 1985 als Samisdat herausgegebenen Sammelband Šedá cihla (Grauer Ziegel) gezählt, wo er – zusammen mit Václav Stratil, Ivan Kafka, Naïa Rawová, Vladimír Merta und Margita Titlová – die jüngste Generation repräsentiert. Im Jahr 2009 wird eine umfangreiche Monographie über sein Schaffen erscheinen.
Vernissage: 07.03.2009 um 15.00 Uhr

