Monat der Fotografie 2008: Abrisse J.S.
Die Austellung “Abrisse J.S.” stellt neben seinen typischen Fotografien auch einen Teil der Korrespondenz zwischen Jan Saudek und dem Leiter der Galerie 4 Zbyněk Illek aus den 80er und 90er Jahren an. So originell und detailverliebt wie seine Fotografien ist auch seine Korrespondenz.
Jan Saudek (*1935, Prag) ist mit seinen unverwechselbaren handkolorierten Schwarzweiss-Fotografien weltberühmt geworden und gehört seit langem zu den ganz grossen tschechischen Fotografen. Zu fotografieren begann er Ende der 50er Jahre. Aber erst in den 70er Jahren stiessen seine eigenwilligen Aktfotografien auf sehr gegensätzliches Interesse. Man bewundert oder verachtet seine Darstellungen den Schönheitsidealen widersprechender Modelle, bei denen es sich oft um Laien oder Familienangehörige handelt. Saudeks Bilder reizen, weil sie sich jeder gängigen Zuordnung widersetzen und immer an den Randbereichen der Moral und Ästhetik provozieren. Unaussprechliche Fragen und Einsichten formulieren sich aus den Bildern eines Mannes, der mit kaum zehn Jahren das KZ Auschwitz überlebte und trotz seiner Bewunderung im Ausland, im eigenen Land immer kritisch beobachtet wurde. Gegenwärtig widmet er sich vermehrt der Malerei.

