Reithalle in Světce mit barocker Musik und barocken Tänzen
Die Kulturtour des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) nach Tachov zum barocken Fest in der Reithalle Světce am Samstag, 15.07.2018 brachte viele schöne Momente für die KulturTour-Teilnehmer.
„Ich komme bei meinen Reisen ins Nachbarland immer wieder ins Staunen: So etwas Schönes befindet sich unmittelbar in unserer Nähe.\” So kommentierte eine Mitfahrerin die Kulturtour des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) nach Tachov (Tachau) und zur Reithallte in Světce (Heiligen). Bei strahlendem Wetter waren die barocken Schätze der ehemaligen Kreisstadt Ziel der Entdeckungstour.
Eine kurzweilige Führung in den historischen Räumen der Reitschule mit Fürstenloge gab Ein- und Ausblicke in die architektonischen Besonderheiten des nationalen Kulturdenkmals und auf seine einmalige Dachkonstruktion. Es ist ein Bauwerk von monumentalem Ausmaß, das zu den größten seiner Art in Europa zählt. Fürst Alfred von Windisch-Grätz errichtete die Reithalle zur Zeit der Donaumonarchie in den Jahren 1856 bis 1861. Der Grundriss hat die Form eines Kreuzes, das Bauwerk ist 60,2 m lang, 52 m breit und 26,3 m hoch. Nach der Enteignung 1945 verfiel die Reithalle mehr und mehr und war bereits zum Abriss freigegeben. 1997 kam sie in den rettenden Besitz der Stadt Tachov und wurde seit dem Jahr 2000 in mehreren Schritten restauriert. Mit einer Mischung aus neugotischen und neuromanischen Formen schrieb der Bau Architekturgeschichte und ist nach Wien die zweitgrößte Reithalle in Europa.
Im Anschluss an die Reithalle in Světce stand der Besuch des Tachauer Schlosses auf dem Programm. Mit Exponaten aus dem Besitz der Familie Windisch-Graetz sind die Zimmer detailgetreu ausgestattet. Die alten Gemäuer dienen als Zeugnisse der Stadtgeschichte. Doch nicht nur die Vergangenheit ist erlebbar, auch der Bund fürs Leben kann im Schloss besiegelt werden. Ein würdiger Ort für das Tachauer Standesamt.
Nach dem Mittagessen hatten die Gäste der Kulturtour Zeit, die ursprünglich königliche Freistadt Tachov auf eigene Faust zu erkunden. Im Mittelalter lag sie an der strategisch bedeutenden „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag. Im historischen Stadtkern mit seinem noch erhaltenen Befestigungsgürtel aus dem 14. Jahrhundert sind die Spuren der Geschichte deutlich spürbar.
Am Nachmittag ging es wieder zurück in die historische Reithalle zu einem Konzert im Rahmen des Veranstaltungszyklus “Offene Tore zur Reithalle“. Dass der Raum mit ausgezeichneter Akustik gesegnet ist, war beim nachmittäglichen Barock-Konzert für alle erlebbar. Auf dem Programm standen Kompositionen von Antonio Vivaldi. Zu den Klängen von Cembalo (Vlastimil Kovář), Flöte (Martina Vejrová ), Gitarre (Petr Fiala) und Gesang führte das renommierte Ensemble Hartig aus Český Krumlov (Krumau) unter der Leitung von Prof. Helena Kazárová Tänze aus dem 17. und 18. Jahrhundert in zeitgenössischen Kostümen vor.
Großen Anklang fand bei den Reiseteilnehmern zum Abschluss dieser gelungenen KulturTour eine kleine Stärkung mit belegten Brötchen, die das Reiseleiterteam um Kamila Spichtinger, Gabi Dlubal und Susanne Setzer für die Heimfahrt im Bus organisiert hatte.
Die nächste KulturTour des CeBB mit noch freien Plätzen führt am Freitag, den 7. September nach Pilsen zu einer großartigen Veranstaltung: Tschechien feiert in diesem Jahr den 100. Jahrestag der Gründung der Ersten Republik im Jahre 1918. Pilsen erinnert an dieses Jubiläum mit einer fulminanten Open-Air-Inszenierung am Platz der Republik (Náměstí republiky) mit Bedřich Smetanas Oper „Die Verkaufte Braut“.

