
Johannes von Schüttwa, auch von Tepl oder viel später von Saaz genannt, ist der Autor des berühmten Prosawerks Der Ackermann aus Böhmen, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden ist und bis heute als eines der wichtigsten Werke der älteren deutschen Literatur gilt. Der Haupterwerb dieses mittelalterlichen Literaten war jedoch eine hochqualifizierte Tätigkeit in Stadtkanzleien, zuerst in Žatec (Saaz) und dann in der Prager Neustadt. Er hatte eine Reihe von einflussreichen Freunden und eine relativ große Familie. Für die Deutschböhmen wurde er zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Sym- bol der hohen Blüte der deutschen Kultur in Böhmen, die Tschechen hingegen bagatelli- sierten seine Bedeutung oder ignorierten ihn völlig. Heute wird er aber ganz im Gegenteil als ein positives Beispiel des deutsch-tschechischen Zusammenlebens gesehen.
Die Publikation verfolgt das Ziel, den gegenwärtigen Erkenntnisstand über Leben und Werk dieser außerordentlichen mittelalterlichen Persönlichkeit zusammenzufassen und zumindest in begrenztem Umfang deren unterschiedliche Rezeption im Laufe der Zeit darzustellen. Das Buch richtet sich sowohl an die Fach- als auch an die Laienöffent- lichkeit auf beiden Seiten der Grenze.
Coautoren: Eliška Baťová, Jan Hrdina, Milada Krausová, Jan Mareš, Bořek Neškudla, Vlasta Reittererová, Jakub Sichálek, Milada Studničková, Tomáš Velička, Štěpán Zbytovský