Ausstellung „Uran am Grenzkamm“ eröffnet
Bergmannslieder waren im Gelebten Museum Mähring vermutlich noch nicht oft zu hören. Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Uran am Grenzkamm“ am Samstag, 26.11.2022 war es so weit.
Bergleute aus der Gemeinde Mähring und Tschechien waren dafür zusammengekommen. In der Ausstellung geht es um die Geschichte der vier Uranbergwerke in der unmittelbaren Umgebung von Mähring – auf tschechischer und deutscher Seite.
Museumsleiter Roland Weis freute sich besonders, die ehemaligen Bergleute begrüßen zu können. Aus den beiden „Untersuchungsschächten“ bei Poppenreuth und Mähring gibt es nur noch eine Handvoll Ehemalige, die von 1967 bis 1983 unter Tage tätig waren. Größer war die Delegation aus den früheren „Uranwerken Westböhmen“, etwa zwanzig ehemalige Bergleute aus den Gruben Zadní Chodov und Dyleň hatten sich in ihren Paradeuniformen in Mähring eingefunden. Bürgermeister Franz Schöner dankte Roland und Bettina Weis sowie ihren Mitstreitern vom Gelebten Museum Mähring für die Vorbereitungen und die gelungene Ausstellung.
Im gesamten Museumsgebäude sind bis Mitte nächsten Jahres viele Dokumente und Objekte aus der Zeit des Uranabbaus zu sehen: Von Geigerzählern und Bohrhämmern über den Bauplan des Förderturms Poppenreuth bis hin zu dem Original-Korb, mit dem die Kumpel in Mähring in den Schacht einfuhren. Leihgeber waren neben ehemaligen Bergleuten das Bergbaumuseum Planá sowie Ferdinand Wagner vom Mineralienmuseum Mähring, der auch den Anstoß zu der Ausstellung gegeben hat. Von ihm stammen zudem zahlreiche Fotografien von Uranzerzgestein, die in einer speziellen Technik unter dem Mikroskop aufgenommen wurden.
Während der Eröffnung kamen die deutschen und tschechischen Bergleute ins Gespräch. So erkundigte sich der frühere Bergmann Jan Teplík bei seinen deutschen Kollegen, wie viele Personen in Mähring in einer Schicht unter Tage waren: Zumeist waren es nur drei. Für Teplík kaum zu glauben: „Wir am Dyleň waren 100 bis 120 Leute und galten damit in der Tschechoslowakei schon als vergleichsweise kleines Bergwerk.“
Auch die unterschiedliche Handhabung des Gesundheits- und Strahlenschutzes war ein Thema. Beiderseits der Grenze wurden die Bergleute einmal im Jahr medizinisch untersucht. Alle drei Jahren bekamen die Tschechen eine Kur. Auf deutscher Seite sah es anders aus: „Weil wir fast kein Uran hatten, brauchten wir auch keine Kur“, sagte ein früherer Bergmann aus Mähring. Zwar lagen etwa die Bergwerke „Wäldl“ bei Mähring und Dyleň nur ein paar hundert Meter auseinander – strikt getrennt jedoch vom „Eisernen Vorhang“. Wie es sich direkt an der Grenze arbeitete, erfahren die Besucher auch in vier Zeitzeugenvideos.
Die Delegation vom Historischen Bergbauverband Planá zeigte sich von der Ausstellung begeistert und möchte sie im Anschluss in Tschechien zeigen. Realisiert wurde die zweisprachige Schau mit Unterstützung der Museumsfachstelle der IKom Stiftland, David Vereš vom Centrum Bavaria Bohemia Schönsee hat die Zeitzeugeninterviews ins Tschechische übersetzt. Für ihre Bemühungen zur tschechischen-deutschen Zusammenarbeit wurden Ferdinand Wagner sowie Annette Kraus von der IKom Stiftland mit dem „St.-Anna-Preis“ des Historischen Bergbauverbandes Planá ausgezeichnet.










