denk.mal digital: Deutsch-tschechische Schulgruppen treffen sich an der Grenze
Für Schulen im Grenzgebiet bietet die Universität Passau deutsch-tschechische Projekttage zu unterschiedlichen historischen Themen. Dabei beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Denkmälern - sowohl mit denen, die errichtet wurden als auch mit denen, die unter geschichtsdidaktischen Gesichtspunkten fehlen.
Die “denk.mal digi-Tage” werden im Frühjahr 2022 vom Projektteam in Workshops an den Schulen vorbereitet.
Bei der persönlichen dreitägigen Begegnung im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit der Jugendlichen untereinander. Sie erforschen den Ort, sprechen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und entwickeln in deutsch-tschechischen Teams Denkmalentwürfe.
Zur Auswahl stehen zwei Themen:
- Die Grenzöffnung 1989/90 und ihre Denkmäler
Für Jugendliche ist es heute selbstverständlich, weite Teile Europas ohne Grenzkontrollen bereisen zu können. Daher wird ihnen in den denk.mal digi-Tagen die Bedeutsamkeit der Grenzöffnung von 1989/90 zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei bewusstgemacht. Durch die Behandlung des Themas wird ihnen vermittelt, wie wichtig politisches und gesellschaftliches Engagement für die gemeinsame Zukunft ist. - Die Spuren des NS-Regimes und seiner Opfer Mahnmale und Gedenkorte im Grenzgebiet
Auch 75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges ist es eine Aufgabe der Bildungseinrichtungen, über die Taten der Nationalsozialistinnen und -sozialisten aufzuklären. Der Opfer von Ausgrenzung, Unterdrückung und Mord wurde während der Phase der politischen Trennung in einen sogenannten Ost- und einen Westblock getrennt gedacht. Durch die Öffnung der Grenze ist ein gemeinsames Gedenken möglich und auch Aufgabe der historisch-politischen Bildung. Die Schulen arbeiten systembedingt nach unterschiedlichen Lehrplänen. In dem Projekt denk.mal digital erhalten die Schülerinnen und Schüler die Chance, zusammen mit Gleichaltrigen aus dem Nachbarland die Stätten der NS-Verbrechen kennenzulernen, sie mit digital gestützten Methoden zu erforschen und sich dem Schicksal der Opfer durch Quellenrecherche und künstlerischem Ausdruck zu nähern. Eigene Denkmalentwürfe ermöglichen es den Teilnehmenden, das Gedenken an die Opfer aufrechtzuerhalten.
Interessierte Schulen könnten sich bei Frau Judith M. Rösch von der Universität Passau melden.
Mehr Informationen unter www.denkmaldigital.de

