Bayerisch-tschechische Zusammenarbeit: Ostbayerns Handwerk fordert von der Politik neue Impulse
Die Wirtschaft will auch in politisch unruhigen Zeiten im Gespräch bleiben: Rund 170 Experten aus Ostbayern, Tschechien, Österreich, Slowenien und der Slowakei plädieren bei einem Forum der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz im tschechischen Marienbad dafür, gerade jetzt nicht nachzulassen bei der grenzüberschreitenden Kooperation im Herzen Europas.
“Europa entsteht an seinen Grenzen”, hieß das Motto der diesjährigen Marienbader Gespräche. Das langfristige Ziel: Schritt für Schritt den grenzübergreifenden Wirtschafts- und Lebensraum zwischen den Metropolregionen München, Nürnberg, Prag und Wien weiter zu entwickeln. Neben Vertretern aus Niederbayern, der Oberpfalz und Böhmen diskutierten auch Experten aus Österreich, Slowenien und der Slowakei mit.
Die Teilnehmer drangen auf Verbesserungen in der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur, um neue Absatzmärkte zu entwickeln und Kooperationen in der Wirtschaft zu fördern. Außerdem müssten Defizite beim schnellen Internet (Breitband) und dem Mobilfunkausbau gerade auch in ländlichen Regionen, rasch abgebaut und in zukunftsfähige Technologien investiert werden. Nur so ließen sich die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen.
Unternehmer und Kammervertreter forderten von der Politik gezielte Anreize, damit der Wirtschaft Fachkräfte in allen Qualifikationsebenen zur Verfügung stehen. Auch die Bereitschaft die Sprache des jeweiligen Nachbarlandes zu lernen, müsse durch entsprechende bildungspolitische Maßnahmen erhöht werden. Die Teilnehmer betonten außerdem, wie wichtig aus ihrer Sicht Praxis- und Arbeitsmarktnähe in der beruflichen Bildung sind. Grenzüberschreitende Projekte mit hohem Praxisbezug können dort nach Meinung der Betriebe im Grenzraum ein wichtiger Schlüssel sein. Dazu sollten die Chancen der Digitalisierung im Ausbildungsmarketing und in der beruflichen Orientierung verstärkt genutzt werden.
Großes Lob für den grenzüberschreitenden Austausch und die Initiative der Handwerkskammer kam vom Generalkonsul der Tschechischen Republik in München Milan Čoupek. Er würdigte in Marienbild besonders die “zielorientierte und kompetente Arbeit in den einzelnen Arbeitskreisen”. “Ich bin überzeugt, dass wir die grenzübergreifende Arbeit durch diesen Austausch langfristig verbessern können”, sagte auch Nadežda Čisárová, Vizekonsulin im Generalkonsulat der Slowakischen Republik in München.
Quelle: obx-News



