Am ehemaligen Eisernen Vorhang: Wehende Kunstwerke werben für mehr Europa
Auf einem grünen Hügel über den Dächern der Bayerwald-Gemeinde Eschlkam im Landkreis Cham, 80 Kilometer südöstlich von Regensburg, hat eine Handvoll überzeugter Kunstfans einen Wanderweg geschaffen, der in Europa ohne Beispiel ist. Deutsche und tschechische Künstler suchen dort, an der Schnittstelle des alten und des neuen Europas, künstlerische Wege zwischen West und Ost.
Auf dem sanften Höhenzug über den Dächern der Gemeinde hat die Kunst Einzug gehalten in Form von über 50 rot-weißen Windsäcken, der spektakulärsten Installation des Eschlkamer Kunstwanderwegs. Der Fall des Eisernen Vorhangs vor 26 Jahren hat im Bayerischen Wald viel geändert, die raue Brise aus Osten aber ist geblieben und lässt nun die Windsäcke tanzen.
Dafür ist das (mentale) Klima zwischen den Ostbayern und den Westböhmen an der einstigen Demarkationslinie im Herzen Europas viel milder geworden. Den Skulpturenpark an der deutsch-tschechischen Grenze sehen dessen Initiatoren nicht nur als Symbol für den neuen Geist des Gemeinsamen in Europa, sondern auch als Saat für eine weitere deutsch-tschechische Klimaerwärmung. Das Projekt Grenzbegegnungen bietet seit knapp einem Jahrzehnt eine hervorragende Chance für Begegnungen zwischen Menschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs, sagt ein Sprecher des Kulturförderkreises der Gemeinde Eschlkam, der das Projekt in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat.
Renommierte deutsche und böhmische Künstler haben bereits für den Kunstwanderweg direkt vor Ort Werke aus beständigen Materialien wie Stahl oder Stein geschaffen. Die Skulpturen bleiben das ganze Jahr stehen und können ohne Eintritt von jedermann besucht werden. Alle Arbeiten haben die Europäische Union oder auch die Vergangenheit an der einstigen Blockgrenze zum Thema.
Quelle: obx-news.de

