Bayerisch und Böhmisch Eisenstein wollen eine gemeinsame Grundschule
Der Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein Charly Bauer kam auf die Idee, dass Železná Ruda auf der tschechischen und Bayerisch Eisenstein auf der deutschen Seite der Grenze eine gemeinsame Grundschule haben sollten. Die ersten Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Tschechien werden wohl schon ab September nächsten Jahres zusammen die Schulbank drücken. Derzeit wird die Projektfinanzierung geklärt.
Zwei gemeinsame Klassen für Kinder von der deutschen und der tschechischen Seite der Grenze werden im September 2016 in Železná Ruda in der Region Klatovy eröffnen. Es handelt sich um ein Projekt der Mitgliedsgemeinden der Mikroregion Šumava (Böhmerwald) – West und Gemeinden des Bayerischen Waldes auf deutscher Seite. Eine Vereinbarung über die partnerschaftliche Zusammenarbeit wurde bereits unterzeichnet.
Die Absicht ist, auf tschechischer Seite zwei Klassen nach dem bayerischen Schulsystem einzurichten, also die erste und zweite Klasse miteinander und dann die dritte und vierte Klasse. Für die Kinder aus Bayerisch Eisenstein würde so die Fahrt zur Schule ins siebzehn Kilometer entfernte Zwiesel entfallen.
Für die erwähnte Lösung spricht außerdem, dass von den tausend Einwohnern in Bayerisch Eisenstein heute mehr als zehn Prozent tschechisch sind. Wenn der Plan umgesetzt weden kann, ist das ein grundlegender Schritt dahin, dass Deutsche und Tschechen genau wie früher gemeinsam zur Schule gehen.
Die Schule nimmt im September 2016 den Unterricht auf. Bis dahin ist es nötig, Unterrichtende aus Deutschland zu finden, die die tschechische Sprache beherrschen und die Finanzierung zu klären. Von dem Projekt sind die Region Pilsen, die Tschechische Schulinspektion und der Schulrat im Bayerischen Regen überzeugt. Für die Klassen melden sich auf bayerischer Seite die ersten Interessierten. Ab der fünften Klasse können die SchülerInnen dann ihre Deutschkenntnisse in der Schule in Zwiesel weiterentwickeln.
Qeulle: iDnes.cz


