Politiker Jiří Dienstbier, der den Eisernen Vorhang durchschnitt, ist gestorben
Die Tschechische Republik und Deutschland trauern um den ersten tschechoslowakischen Außenminister nach der "Samtenen Revolution" von 1989. Jiří Dienstbier starb am Samstag, 08.01.11, in Prag im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit.
In Deutschland ist die symbolische Durchtrennung des Eisernen Vorhanges zwischen Bayern und Tschechien am 23.12.1989 in der Nähe des Grenzübergangs Waidhaus/ Rozvadov durch die beiden Außenministern Jiří Dienstbier und Hans-Dietrich Genscher unvergessen. Das Foto ging um die Welt als Zeichen des Beginns einer neuen Ära in Europa.
Der ehemalige Dissident, Journalist und Politiker gehörte neben Ex-Präsident Václav Havel zu den wichtigsten Symbolfiguren der Wende 1989/90 in der damaligen Tschechoslowakei. Dienstbier war am 10. Dezember 1989 zum Chefdiplomaten der ersten tschechoslowakischen Regierung nach dem Ende des kommunistischen Regimes ernannt worden. Im Juli 1991 hatte er den Vorsitz in einer Sitzung in Prag, bei der das offizielle Ende des Warschauer Pakts verkündet wurde. Im Jahr 2008 zog er als parteiloser Kandidat mit Unterstützung der Sozialdemokraten (ČSSD) in den tschechischen Senat ein. Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Tod.


